Sudan-Krieg gefährdet Millionen Mütter und Neugeborene

By Nima

Seit Beginn des Konflikts vor drei Jahren sind im Sudan durchschnittlich mindestens drei Kinder pro Minute im Krieg geboren worden. Anhaltende Gewalt, wiederholte Angriffe auf zivile Einrichtungen und der weitgehende Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung bringen Millionen Mütter und Neugeborene in akute Gefahr. Save the Children drängt daher auf sofortige internationale Schritte, um die Gewalt zu beenden, das Gesundheitswesen und die Zivilbevölkerung zu schützen und humanitäre Hilfe ohne Einschränkungen zu ermöglichen.

Nach Einschätzung von Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, erlebt der Sudan derzeit die schwerste humanitäre Krise weltweit. Kinder würden dort in einen Krieg hineingeboren, der ihnen Schutz, medizinische Hilfe und oft sogar jede Chance auf Überleben nehme. Westphal, der in der Woche ab dem 6. April in den Sudan gereist war, berichtete von einer Begegnung mit einer Mutter und ihren sieben Monate alten Zwillingen in einem von Save the Children unterstützten Ernährungszentrum. Die beiden Kinder seien krank und schwer mangelernährt gewesen und dort behandelt worden. Die Sorge der Mutter um das Überleben und die Zukunft ihrer Kinder stehe beispielhaft für die Lage von Millionen Familien. Selbst in Regionen ohne unmittelbare Kampfhandlungen sei Hunger inzwischen zu einer tödlichen Gefahr geworden.

Neue Auswertungen des sudanesischen Gesundheitsministeriums zeigen, dass seit April 2023 etwa 5,6 Millionen Kinder im Sudan geboren wurden. Das entspricht im Schnitt mehr als 5.000 Geburten täglich beziehungsweise mindestens drei Geburten pro Minute. Viele dieser Kinder kamen zur Welt, nachdem ihre Mütter vertrieben worden waren und unter prekären Bedingungen in überfüllten Notunterkünften oder schlecht ausgestatteten Einrichtungen entbinden mussten. Häufig fehlten Strom, grundlegende medizinische Ausstattung und qualifiziertes Fachpersonal.

Siehe auch  Hungersnotgefahr weitet sich im Sudan aus

Die Auswirkungen des Krieges auf die Gesundheit von Müttern und Kindern sind besonders gravierend. Die Müttersterblichkeit ist seit 2022 um mehr als zwölf Prozent auf 295 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten gestiegen und gehört damit zu den höchsten weltweit. Auch die Sterblichkeit von Säuglingen bleibt alarmierend hoch. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2024 sterben im Sudan rund 43 von 1.000 lebendgeborenen Kindern vor ihrem ersten Geburtstag. In Deutschland liegt dieser Wert laut Statistischem Bundesamt bei drei.

Die jüngste Eskalation der Gewalt setzt das ohnehin schwer angeschlagene Gesundheitssystem zusätzlich unter Druck. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden zwischen April 2023 und Dezember 2025 mehr als 200 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen bestätigt. Dabei kamen fast 2.000 Menschen ums Leben, Hunderte weitere wurden verletzt, darunter viele Kinder. Schätzungen zufolge sind bis zu 80 Prozent der Gesundheitseinrichtungen in den Konfliktgebieten nicht mehr funktionsfähig. Gleichzeitig fehlt es an lebenswichtigen Hilfsgütern, Medikamenten, medizinischem Personal und Treibstoff für Generatoren.

Westphal betonte, dass Angriffe auf Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht darstellten. Nur ein Ende der Gewalt könne Kinder schützen, Leben retten und weitere schwere Verletzungen von Kinderrechten verhindern.

Mit Blick auf die Sudan-Konferenz am 15. April in Berlin fordert Save the Children die deutsche Bundesregierung auf, ihre Rolle als Mitausrichterin zu nutzen und alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um einen Waffenstillstand voranzubringen. Darüber hinaus müssten zusätzliche Mittel für humanitäre Hilfe bereitgestellt, internationale Verpflichtungen zum Schutz der Zivilbevölkerung konsequent umgesetzt und ungehinderter Zugang für Hilfsorganisationen sichergestellt werden. Außerdem solle die von Deutschland mitbegründete Atrocity Prevention Coalition darauf hinwirken, dass Verstöße gegen geltendes Recht aufgearbeitet werden und der Schutz von Kindern eine klare Priorität erhält.

Siehe auch  Erste Väterschutzwohnung Deutschlands in Dresden

Save the Children ist seit 1983 im Sudan aktiv und unterstützt Kinder und ihre Familien dort unter anderem mit medizinischer Versorgung in mobilen Kliniken und Gesundheitszentren. Darüber hinaus setzt sich die Organisation mit Ernährungs- und Bildungsprogrammen sowie Maßnahmen zum Kinderschutz und zur Existenzsicherung ein. Auch in Ägypten und im Südsudan ist Save the Children für Menschen tätig, die vor dem Krieg im Sudan geflohen sind.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Save the Children Deutschland e.V./Veröffentlicht am 14.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.