Seit dem Ausbruch des flächendeckenden Krieges in der Ukraine haben Kinder im Land über 4000 Stunden in ständiger Furcht unter Sirenen und Luftalarmen verbracht – eine Zeitspanne, die fast sechs Monaten ununterbrochener Anspannung entspricht. In der Hauptstadt und den umkämpften Gebieten beläuft sich diese Belastung sogar auf rund 7000 Stunden seit Februar 2022, was neuneinhalb Monaten entspricht, in denen Familien in Kellern, Schutzbunkern oder U-Bahn-Stationen Schutz suchen mussten, häufig ohne Zugang zu Strom, Wasser oder Heizung.
Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, der erst kürzlich Frontregionen im Nordosten der Ukraine besuchte, beschreibt, dass Angst für die Kinder dort seit vier Jahren zum Alltag gehört. Die psychischen und physischen Spuren seien deutlich sichtbar. Ein solch anhaltender Stress könne langfristige Folgen für ihre psychische Gesundheit haben und ihre Zukunftschancen beeinträchtigen.
Laut Berichten von Eltern und Mitarbeitenden der Organisation zeigen viele Kinder starke Belastungserscheinungen: Sie leiden unter Ängsten sowie körperlichen Stresssymptomen wie Magen-Darm-Problemen. Yana, eine Betreuerin in einem Schutz- und Spielraum von Save the Children, erklärt, dass die Kinder ständig in einem Zustand erhöhter Nervosität leben und ihre Körper versuchen, sie bestmöglich zu schützen.
Luftalarme, die vor drohenden Raketenangriffen oder Beschuss warnen, gehören zum täglichen Leben und können mehrmals am Tag ausgelöst werden – mal nur für wenige Minuten, mal für mehrere Stunden. Viele Menschen in der Ukraine sind mittlerweile so erschöpft, dass sie Schutzräume nicht mehr aufsuchen, sondern sich in weniger sicheren Bereichen wie Badezimmern oder Hausfluren in Sicherheit bringen. Da etwa die Hälfte der Alarme nachts oder spätabends ausgelöst wird, wird den Kindern nicht nur der Schlaf geraubt, sondern auch das Gefühl von Geborgenheit.
Ein Beispiel ist die achtjährige Anastasiia, eines von Millionen betroffenen Kindern. Sie schläft mit ihrer Familie bei Alarm auf Matratzen im Hausflur, stets bereit, sofort zu reagieren. Ihre Mutter Veronika berichtet, dass die Kinder bei Explosionen sofort verängstigt und nervös reagieren.
Trotz der extremen Umstände versuchen die Kinder, einen normalen Alltag zu bewahren: Sie lernen, spielen und halten an Routinen fest. Westphal betont, dass Bildung den Kindern Halt gibt – selbst wenn der Unterricht in fensterlosen Bunkern tief unter der Erde stattfindet, wie er es in Charkiw beobachtet hat. Der gemeinsame Lernprozess schenkt ihnen ein Stück Normalität, das sie dringend benötigen.
Save the Children ist seit 2014 in der Ukraine aktiv und hat seine Unterstützung seit Februar 2022 deutlich ausgebaut. Zusammen mit über 25 Partnerorganisationen wurden bisher mehr als 4,7 Millionen Menschen, darunter etwa 1,9 Millionen Kinder, erreicht. Die Hilfsmaßnahmen umfassen die Verteilung lebensnotwendiger Güter, Bildungsangebote, psychosoziale Betreuung, die Instandsetzung von Unterkünften und Schulen sowie finanzielle Hilfen für bedürftige Familien.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Save the Children Deutschland e.V./Veröffentlicht am 19.02.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.