Caritas unterstützt Erdbebenopfer in Afghanistans Bergregionen

By Nima

Hundert Tage nach dem schweren Erdbeben in Afghanistan hat Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, rund 1000 Familien in abgelegenen Gebieten der Provinzen Kunar und Nangarhar erreicht. Die Organisation stellte unter anderem Decken, wetterfeste Planen, Rollstühle und Solarpaneele bereit. Nach Angaben von Parvina Tadjibaeva, der Leiterin des Caritas-Büros in Kabul, seien weite Teile der Region aufgrund zerstörter Straßen und hoher Steinschlaggefahr weiterhin kaum zugänglich. Sie betonte, dass viele Menschen noch immer in provisorischen Zelten ausharren müssten und dass dies zum Beginn des Winters eine erhebliche Gefährdung darstelle. Zudem wies sie darauf hin, dass zusätzliche internationale Unterstützung dringend erforderlich sei, da es ein Wettlauf gegen die Zeit sei.

Besondere Aufmerksamkeit gilt kinderreichen Familien, Frauen und Menschen mit Behinderungen. Zahlreiche Betroffene erlitten durch einstürzende Gebäude Rückenverletzungen oder konnten nur durch Amputationen in letzter Minute gerettet werden. Die Teams der Caritas stellen ihnen unter anderem Krücken, Rollstühle und Prothesen zur Verfügung und begleiten sie mit umfassenden Maßnahmen der sozialen Rehabilitation, um ihre gleichberechtigte Teilhabe am Gemeindeleben wieder zu ermöglichen. Die Hilfen umfassen sowohl individuelle medizinische Betreuung durch Physiotherapeuten und Orthopädietechniker als auch die Stärkung lokaler Strukturen und Familien.

Um die am stärksten gefährdeten Menschen zu erreichen, waren Helferinnen und Helfer mehrere Tage in den Berggebieten unterwegs, teils nur im Schritttempo mit geländetauglichen Fahrzeugen. In den Distrikten Nurgal und Chewkay sind zahlreiche Straßen verschoben, blockiert oder unterspült. Viele Orte haben keinen Mobilfunkempfang und sind ohne sichere Zufahrtswege vollständig von Versorgung abgeschnitten. Besonders angesichts des beginnenden Winters mit Temperaturen bis zu minus 14 Grad stellt dies ein erhebliches Risiko für die ohnehin geschwächte Bevölkerung dar.

Siehe auch  Hilfe für Erdbebenopfer in Afghanistan

Das Erdbeben der Stärke 6,0 hatte am 31. August in Ostafghanistan über 2200 Menschen das Leben gekostet. Mehrere Nachbeben hielten die Bevölkerung noch tagelang in Alarmbereitschaft.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Caritas International/Veröffentlicht am 01.12.2025