Im Jahr 2025 wurden rund acht Millionen Kinder in Konflikt- und Krisenregionen geboren. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Kinderrechtsorganisation Save the Children hervor, die auf Daten der Vereinten Nationen basiert. Bis Ende November kamen demnach etwa 7,7 Millionen Babys in 43 humanitären Krisen zur Welt. Das entspricht rund 23.000 Geburten pro Tag und liegt etwa zehn Prozent über dem Niveau von vor fünf Jahren.
Nach Einschätzung von Save the Children kommen täglich zehntausende Kinder unter Bedingungen zur Welt, die von schweren Krisen geprägt sind. Viele Geburten finden in schlecht ausgestatteten Gesundheitseinrichtungen statt oder während der Flucht vor Überschwemmungen, extremer Hitze oder Gewalt. In zahlreichen Ländern ist das Gesundheitssystem stark geschwächt oder nahezu funktionsunfähig. Diese Umstände bergen erhebliche Risiken für Mütter und Neugeborene. Ohne eine grundlegende medizinische Versorgung sind viele Kinder von Beginn an in Lebensgefahr. Dabei könnten die meisten Todesfälle von Neugeborenen und Müttern durch angemessene Betreuung verhindert werden. Entscheidend sei daher, dass medizinische Basisversorgung Priorität habe und Kürzungen bei Hilfsprogrammen nicht auf Kosten von Müttern und ihren Kindern gingen.
Besonders hoch ist das Risiko für Kinder, die mitten in Konflikten oder auf der Flucht geboren werden, etwa im Sudan, im Gazastreifen oder in der Demokratischen Republik Kongo. In diesen Regionen mangelt es an funktionierenden Kliniken, Medikamenten und ausreichender Ernährung. Gleichzeitig verschärfen anhaltende Gewalt und die Folgen der Klimakrise die ohnehin prekäre Lage.
Wie gravierend die Situation ist, zeigt das Beispiel von Shekinah aus Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Dort zählen die Kinder- und Müttersterblichkeit zu den höchsten weltweit, während der fortdauernde Konflikt große Teile der Gesundheitsinfrastruktur zerstört hat. Die 26-Jährige brachte ihr jüngstes Kind nach einer komplizierten Schwangerschaft per Kaiserschnitt in einem Partnerkrankenhaus von Save the Children in der Provinz Nord-Kivu zur Welt. Sie erklärte, dass sie ohne diese Unterstützung nicht überlebt hätte, da ihr sowohl die finanziellen Mittel als auch sichere Rahmenbedingungen für die Geburt gefehlt hätten.
Global betrachtet sterben jedes Jahr schätzungsweise 2,4 Millionen Neugeborene. Hinzu kommen rund 1,9 Millionen Totgeburten, überwiegend in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Zudem verlieren etwa 290.000 Frauen jährlich im Zusammenhang mit Schwangerschaft oder Geburt ihr Leben.
Save the Children richtet daher einen dringenden Appell an Staats- und Regierungschefs, die Finanzierung von Gesundheitssystemen sowie Programme für die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern zu sichern und auszubauen. Gleichzeitig fordert die Organisation die internationale Gemeinschaft auf, politische Maßnahmen zu ergreifen, um Konflikte zu begrenzen, den Folgen der Klimakrise entgegenzuwirken und Familien besser zu schützen.
Weltweit engagiert sich Save the Children für den Ausbau stabiler Gesundheitssysteme, bildet medizinisches Fachpersonal aus und stellt dringend benötigte Ausrüstung bereit. Entbindungsstationen und mobile Kliniken der Organisation tragen täglich dazu bei, Leben zu retten. Allein im Jahr 2024 erhielten 1,4 Millionen Säuglinge und 2,1 Millionen Mütter in 30 Ländern medizinische Versorgung.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Save the Children Deutschland e.V./Veröffentlicht am 16.12.2025