Für Familie T. war die Nachricht niederschmetternd: Nur zwei Wochen nach ihrem zweiten Geburtstag wurde bei Lia ein bösartiger Gehirntumor festgestellt. Während ihre Schwester Lavin erst vier Jahre alt war und die Mutter das dritte Kind erwartete, geriet das Familienleben von einem Moment auf den anderen aus dem Gleichgewicht.
Unterstützung fand die Familie beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Dortmund, der zu den Deutschen Kinderhospiz Diensten gehört. Dort wurde zeitnah organisiert, dass zwei Ehrenamtliche die Familie regelmäßig besuchen, um sowohl Lia als auch Lavin zu begleiten. Dadurch konnten die Eltern während der belastenden und zeitintensiven Therapiephasen kurze Momente der Entlastung finden und neue Kraft schöpfen. Die Behandlung zog sich über zwei Jahre hin. Heute gilt Lia als geheilt. Lavin besucht weiterhin regelmäßig die Löwenbande, eine der Geschwistergruppen der Deutschen Kinderhospiz Dienste.
Den bundesweiten Tag der Geschwister am 10. April nutzen die Deutschen Kinderhospiz Dienste, um auf die große Bedeutung der ambulanten und stationären Kinderhospizarbeit für gesunde Geschwisterkinder aufmerksam zu machen. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Deutschen Kinderhospiz Dienste sowie auf dem Instagram-Kanal hope.kommt.rum.
In der Geschwistergruppe erlebt Lavin Verständnis und Unterstützung durch ehrenamtliche und hauptamtliche Begleiterinnen und Begleiter. Sie organisieren gemeinsame Aktionen, Veranstaltungen und Ausflüge, hören zu und sind da, wenn Gespräche gebraucht werden. Vor allem aber begegnet Lavin dort anderen Kindern, die ähnliche Erfahrungen teilen: Sie alle haben einen Bruder oder eine Schwester, die von einer lebensverkürzenden oder lebensbedrohlichen Erkrankung betroffen sind.
Die Mutter der Familie erklärte anlässlich des Tags der Geschwister, dass die Unterstützung durch die Deutschen Kinderhospiz Dienste für sie von großem Wert gewesen sei. Die Zeit mit zwei Kopfoperationen und anschließender 19-monatiger Chemotherapie habe die Familie als extrem belastend erlebt. Trotzdem habe sie versucht, in dieser schwierigen Phase das Beste aus der Situation zu machen. Zugleich wollte sie anderen Eltern die Angst vor dem Begriff Hospiz nehmen. Aus ihrer Sicht gehe es nicht ausschließlich um das Lebensende, sondern um Begleitung in einer besonders schweren Lebensphase. Betroffene Familien sollten sich deshalb nicht scheuen, Hilfe anzunehmen, denn niemand müsse diesen Weg allein bewältigen.
Die Begleitung von Geschwistern nimmt bei den Deutschen Kinderhospiz Diensten seit jeher einen wichtigen Platz ein. Das gilt bisher für alle fünf Standorte der ambulanten Kinder- und Jugendhospizarbeit und soll künftig ebenso im stationären Bereich fortgeführt werden.
In Frankfurt am Main ist für Mitte 2029 die Eröffnung des ersten stationären Kinderhospizes unter dem Dach der Deutschen Kinderhospiz Dienste geplant. Das Mein Kinderhospiz Frankfurt soll einen Teil des hohen Bedarfs an Plätzen für dringend notwendige Entlastungsaufenthalte abdecken. Nach aktuellen Angaben leben allein in Frankfurt mindestens 900 Familien mit einem entsprechenden gesetzlichen Anspruch, in der Rhein-Main-Region sind es rund 7.000. Ihnen stehen zunächst vier Wochen Aufenthalt pro Jahr zu.
Gerade für gesunde Geschwisterkinder kann ein Aufenthalt in einem stationären Kinderhospiz von großer Bedeutung sein. Sie bewegen sich oft zwischen der Liebe zu ihrem erkrankten Bruder oder ihrer Schwester, der Unsicherheit über den weiteren Krankheitsverlauf und dem Erleben, elterliche Aufmerksamkeit teilen zu müssen. In der stationären Begleitung erhalten sie nicht nur die seltene Möglichkeit, unbeschwerte Zeit mit ihren Eltern zu verbringen. Sie können auch in kreativen, spielerischen und ganzheitlichen Projekten eigene Gefühle ausdrücken. Erlebnispädagogische und schulische Angebote ergänzen diese Auszeit und helfen dabei, den herausfordernden Alltag gemeinsam mit der Familie besser zu bewältigen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Deutsche Kinderhospiz Dienste e. V./Veröffentlicht am 08.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.