Hilfe für Erdbebenopfer in Afghanistan

By Nima

Nach dem schweren Erdbeben im Norden Afghanistans benötigen zahlreiche Familien dringend Unterstützung. Viele Häuser wurden zerstört, und der Winter steht kurz bevor. Die Welthungerhilfe, die seit Jahren in den besonders betroffenen Provinzen Balkh und Samangan aktiv ist, hat sofort Einsatzteams in die zerstörten Gebiete geschickt, um die Lage zu bewerten und schnelle Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Dafür wurden 200.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt.

Zunächst werden betroffene Familien mit Bargeld unterstützt, damit sie selbst das Nötigste beschaffen können – etwa Lebensmittel oder einfache Baumaterialien. Auf diese Weise werden gleichzeitig die lokalen Märkte gestärkt.

Die Ernährungslage in der Region war bereits vor dem Erdbeben kritisch. Fünf aufeinanderfolgende Dürrejahre hatten zu massiver Wasserknappheit und Ernteausfällen geführt, wobei die Trockenheit in diesem Jahr besonders schwerwiegend war. In den Provinzen Balkh und Samangan leiden rund 1,1 Millionen Menschen Hunger – mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Landesweit sind etwa 13,8 Millionen Menschen betroffen, was rund 28 Prozent der Bevölkerung entspricht.

Die Welthungerhilfe prüft nun, wie der Wiederaufbau beschädigter Häuser schnell unterstützt werden kann. Provisorische Unterkünfte seien bei den anstehenden Minusgraden keine Lösung. Bereits vor dem Erdbeben war die Wohnsituation durch die Rückkehr vieler Geflüchteter aus Pakistan und dem Iran äußerst angespannt. Seit Jahresbeginn wurden fast zwei Millionen Menschen abgeschoben – viele von ihnen stehen ohne Unterkunft oder Lebensgrundlage da. Gleichzeitig nimmt die internationale Hilfe für Afghanistan ab. Die Welthungerhilfe warnt, dass das Land in keiner Weise auf Katastrophen vorbereitet sei und das Erdbeben die ohnehin prekäre humanitäre Lage weiter verschärfe.

Erdbeben sind in Afghanistan keine Seltenheit. Bereits am 31. August dieses Jahres hatte ein schweres Beben im Osten des Landes über 2.200 Todesopfer gefordert. Auch dort benötigen viele Menschen weiterhin Unterstützung angesichts des bevorstehenden Winters.

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Die Welthungerhilfe ruft zu Spenden für die Betroffenen unter dem Stichwort „Erdbeben Afghanistan“ auf.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Deutsche Welthungerhilfe e.V./Veröffentlicht am 04.11.2025