Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei open.med München

By Nima

Die medizinische Anlaufstelle open.med München verzeichnet 20 Jahre nach ihrer Gründung deutlich steigende Patientenzahlen. Gleichzeitig werden die behandelten Fälle nach Angaben von Ärzte der Welt zunehmend schwerwiegender.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden 667 Patientinnen und Patienten in mehr als 2.000 Konsultationen medizinisch versorgt und beraten. Damit lag die Zahl der behandelten Menschen in den ersten sechs Monaten eines Jahres so hoch wie noch nie.

Mehr als zehnmal so viele Konsultationen wie vor 20 Jahren

Seit der Gründung hat sich die Zahl der Konsultationen nach Angaben von Ärzte der Welt mehr als verzehnfacht.

Projektleiterin Annemarie Weber berichtet, dass häufig mehr Menschen in die Einrichtung kämen, als noch am selben Tag behandelt werden könnten. Zudem nehme die Zahl besonders schwerer und komplexer Fälle zu.

Vernachlässigte Wunden und schwierige Lebenslagen

Als Beispiel nennt Ärzte der Welt eine etwa 60 Jahre alte Patientin, die seit vielen Jahren auf der Straße lebt und psychisch stark belastet ist.

Sie suchte den Behandlungsbus von open.med mit einer stark vernachlässigten Wunde am Bein auf. Der Verband war über längere Zeit nicht gewechselt worden, sodass sich die Verletzung bereits entzündet hatte.

Aufgrund ihrer Lebenssituation habe die Frau zunächst Schwierigkeiten gehabt, dem medizinischen Personal zu vertrauen. Schließlich konnte das Team sie jedoch dazu bewegen, die Wunde versorgen und einen frischen Verband anlegen zu lassen.

Einrichtung wird für viele zum Rettungsanker

Weber sieht in der Entwicklung auch ein Zeichen dafür, wie groß die Versorgungslücken für Menschen ohne regulären Zugang zum Gesundheitssystem weiterhin sind.

In den vergangenen 20 Jahren habe open.med bei vielen Betroffenen Vertrauen aufgebaut und sich für Tausende Menschen zu einer wichtigen Anlaufstelle entwickelt.

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Gleichzeitig sei sowohl in Bayern als auch bundesweit weiterhin keine gerechte medizinische Versorgung für alle Menschen erreicht. Ärzte der Welt wolle sich deshalb auch künftig dafür einsetzen, dass notwendige medizinische Hilfe unabhängig von Versicherungsstatus oder Aufenthaltslage zugänglich bleibt.

Jubiläumsveranstaltung am 24. September

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens findet am 24. September 2026 um 18 Uhr eine Jubiläumsveranstaltung in der Volkshochschule München in der Einsteinstraße 28 statt.

Im Mittelpunkt stehen gesundheitsschädliche Lebensbedingungen sowie Barrieren beim Zugang zu medizinischer Versorgung auf kommunaler und bundesweiter Ebene.

Neben dem Vorstandsvorsitzenden von Ärzte der Welt und Kinderarzt Dr. Peter Schwick soll auch eine ehemalige Patientin über ihre Erfahrungen berichten. Ärzte-der-Welt-Direktorin Katri Bertram wird zudem die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeitenden würdigen.

Hilfe für Menschen ohne reguläre Versorgung

open.med betreibt Anlaufstellen in Berlin, München, Hamburg, Magdeburg und Stuttgart.

Dort erhalten Menschen medizinische und soziale Unterstützung, die reguläre Arztpraxen nicht oder nur schwer nutzen können. Dazu gehören unter anderem Personen ohne Krankenversicherung, Menschen mit ungeregeltem Aufenthaltsstatus oder Menschen, die mit anderen Hürden beim Zugang zum Gesundheitssystem konfrontiert sind.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Ärzte der Welt e.V./Veröffentlicht am 21.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.