Reha-Krise in Gaza: Hilfe erreicht Verletzte kaum

By Nima

Die Hilfsorganisation Handicap International (HI) schlägt Alarm: Die Versorgung schwerverletzter Menschen im Gazastreifen verschlechtert sich zunehmend. Materialien für Prothesen sowie wichtige Hilfsgüter werden knapp, während gleichzeitig zehntausende Betroffene – darunter zahlreiche Kinder – dringend Unterstützung benötigen. Hilfslieferungen von HI erreichen das Gebiet weiterhin nicht.

Die Organisation weist darauf hin, dass sich die Lage seit Monaten zuspitzt. Nach Angaben der Geschäftsführung von Handicap International Deutschland sei seit März 2025 kein Lastwagen der Organisation in den Gazastreifen eingelassen worden. Gleichzeitig übersteige der Bedarf an Rehabilitationsmaßnahmen deutlich die vorhandenen Kapazitäten vor Ort.

Das Reha-Team besteht aus sechs Fachkräften aus den Bereichen Prothetik, Physiotherapie und Psychotherapie. Dennoch können täglich nur etwas mehr als zehn Patientinnen und Patienten versorgt werden. Intern wird beschrieben, dass deutlich mehr Menschen Hilfe suchen, als geleistet werden kann. Sollte sich die Situation nicht verbessern, werde das Team gezwungen sein, Prioritäten zu setzen und zu entscheiden, wer behandelt wird. Zudem bestehe die Gefahr, dass Prothesen aus improvisierten Materialien wie Holz gefertigt werden müssen. Besonders belastend seien Berichte von Kindern, die hoffen, ihre verlorenen Gliedmaßen könnten eines Tages wieder nachwachsen.

Zehntausende Schwerverletzte

Laut World Health Organization sind fast 42.000 Menschen im Gazastreifen so schwer verletzt, dass sie dauerhaft beeinträchtigt bleiben werden. Etwa ein Viertel davon sind Kinder. Gleichzeitig ist weniger als ein Drittel der früher vorhandenen Rehabilitationszentren noch teilweise funktionsfähig.

Die Organisation erinnert daran, dass ihre Arbeit ursprünglich in den 1980er-Jahren begann, als Gründer Geflüchteten aus Kambodscha halfen und mangels Ressourcen Prothesen aus einfachen Materialien wie Bambus oder Reifen herstellten. Dass Teams heute erneut auf improvisierte Lösungen zurückgreifen müssen, obwohl geeignete Materialien in unmittelbarer Nähe verfügbar wären, wird intern als untragbare Situation bewertet.

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Beispiel: Der zehnjährige Mohamed

Der zehnjährige Mohamed gehört zu den vielen betroffenen Kindern. Er wurde durch eine Panzergranate schwer verletzt, sein rechtes Bein musste amputiert werden. Derzeit nutzt er eine vorläufige Prothese, da sich sein Stumpf nach der Operation noch verändert und regelmäßig angepasst werden muss.

Im Rehabilitationszentrum übt er gemeinsam mit einem Physiotherapeuten grundlegende Bewegungsabläufe wie Stehen, Aufstehen und Gehen. Parallel überprüft eine Orthopädietechnikerin die Passform der Prothese, um Druckstellen zu vermeiden. Ob das Team künftig ausreichend Material für eine endgültige Prothese bereitstellen kann, ist derzeit ungewiss.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Handicap International e.V./Veröffentlicht am 18.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.