Die Farben der Wüsten (1/5)

Montag, 01. Oktober 2012

18:25 – 19:10 Arte
(1): Die weiße Uyuni. Dokumentation von Petra Haffter.

Die Lamas sind die Könige auf der Isla Incahuasi in Bolivien. Bild: ZDF / © Petra Haffter

Ob das Weiß der salzbedeckten bolivianischen Hochebenen, die unzähligen Rot-Töne des Colorado Plateaus oder das blasse Rosa des Wadi Rum in Jordanien – die Farbpalette der Wüste ist so weit wie die Wüste selbst. ARTE enthüllt anhand der Farben die Geheimnisse einer der faszinierendsten Landschaften. Die erste Folge stellt die Salar de Uyuni in Bolivien vor, eine einzigartige Wüste, in der Himmel und Erde auf fantastische Art zu verschmelzen scheinen. (Bild: ZDF / © Petra Haffter)

Die weiße Salar de Uyuni in Bolivien ist eine ungewöhnliche, auf der Welt einzigartige Wüste, in der Himmel und Erde auf fantastische Art zusammenfließen. Sie überrascht durch ihre fast surreale Fremdheit – vor allem am Ende der Regenzeit, wenn eine leichte Schicht Wasser die Fläche bedeckt und das Spiel von Licht und Farbe sie im wahrsten Sinne des Wortes verdoppelt.

Eine Wüste – mit Wasser bedeckt? Weiß und blau sind die einzigen Farben, und der unsichtbare Horizont und die fehlende Tiefe lassen Objekte wie Spielzeuge oder optische Täuschungen erscheinen. Miniatur-Salzhügel türmen sich auf und erscheinen wie erstarrte fliegende Untertassen aus einer Science-Fiction-Welt. Die Reise zur Salar de Uyuni, die in den Hoch-Anden gelegen ist, führt die Filmemacherin Petra Haffter auf einen riesigen ausgetrockneten See. Zurückgeblieben ist eine dicke Salzschicht, die aus unterschiedlichen Mineralien besteht.

Beim genauen Betrachten dieser weißen, sich langsam auflösenden dichten Oberfläche, erkennt man einen Mikrokosmos wunderschöner kristalliner Kunstwerke, dessen Farbspektrum von schneeweiß über durchsichtig, gläsern, seidig bis gräulich-schmutzig reicht.

Noch ist die Salar schwer erreichbar. Die Asphaltstraße von La Paz wird nach wenigen Meilen zur riskanten Sand- und Schotterpiste und schließlich zum scheinbar endlosen Salz. Doch der Bau eines Shuttleflughafens in der Stadt Uyuni soll das bald verändern. Neben dem Abbau von Lithium träumt Bolivien davon, mit Tourismus Geld zu machen. Vereinzelt zeugen moderne „Salz-Hotels“ schon davon. Aber die wenigen Globetrotter und Kulturreisenden auf den Spuren der Inkas, die bisher die Uyuni besuchen, staunen zwar über die farbenprächtigen Sonnenuntergänge auf der Salar, bewundern Flamingokolonien und gigantische Kakteen auf den meist unbewohnten Inseln, aber ziehen schnell weiter in wirtlichere und wärmere Regionen.

Zurück bleibt eine sehr eigene und fremde Welt, in der die Bewohner oft unberührt von Zeit und Fortschritt leben, schweres, nasses Salz schaufeln, kargen Ackerbau betreiben und sich bei Sonnenuntergang in ihre einfachen Lehm- oder Salzhäuser zurückziehen. Den wachsenden Tourismus betrachten sie so skeptisch wie den Lithiumabbau. Und wenn Besucher Salz fotografieren, wundern sie sich.

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