Seit 1990 wird jedes Jahr am 1. Oktober der Internationale Tag der älteren Generation begangen. Für den SoVD hat dieses Datum eine besondere Bedeutung, da Altersdiskriminierung immer häufiger auftritt. Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier betonte, dass die ältere Generation derzeit in Politik, Wissenschaft und Medien oftmals auf Widerstände treffe. Es sei an der Zeit, das ständige „Alten-Bashing“ zu beenden. Viel zu wenig werde gesehen, welchen Beitrag ältere Menschen für das gesellschaftliche Miteinander leisten – sei es in Familien, in der Nachbarschaft oder durch ehrenamtliches Engagement. Der 1. Oktober sei daher ein Anlass, Dankbarkeit zu zeigen. Alt zu sein bedeute keine Belastung, sondern vielmehr eine wertvolle Unterstützung und eine Chance für die Gesellschaft.
Ohne das Engagement älterer Menschen würde es fast sechs Millionen Ehrenamtliche weniger geben – ganz zu schweigen von ihrem Einsatz in der häuslichen Pflege. Engelmeier wies darauf hin, dass die meisten Pflegebedürftigen zuhause versorgt werden möchten. Damit dies möglich bleibt, bräuchten sie und ihre Angehörigen Unterstützung bei der Pflege. Doch vielerorts finde sich kein Pflegedienst, und Angehörige erhielten oft nicht die notwendige Entlastung. Besonders in ländlichen Regionen sei die Lage angespannt, was nicht selten zu einer Überforderung der pflegenden Angehörigen führe. Hier sei die Bundesregierung gefordert, durch eine umfassende Reform der Pflegepolitik tragfähige Rahmenbedingungen zu schaffen.
Darüber hinaus sprach sich Engelmeier für eine grundlegende Seniorenpolitik aus. Teilhabe, Selbstbestimmung und Lebensqualität älterer Menschen müssten gestärkt werden. Dazu gehörten bezahlbarer, altersgerechter Wohnraum, eine gute medizinische und pflegerische Versorgung, die Förderung des ehrenamtlichen Engagements, Maßnahmen gegen Altersarmut und Diskriminierung sowie eine verlässliche Altenhilfeplanung, die die Betroffenen selbst einbezieht. Letztlich gelte: Älter werden betrifft uns alle.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Sozialverband Deutschland (SoVD)/Veröffentlicht am 30.09.2025