Bündnis warnt vor Kürzungen bei armen Kindern

By Nima

Die Bundesregierung will den Sofortzuschlag für Familien, die Kinderzuschlag beziehen, im Zuge der Haushaltsgesetzgebung abschaffen. Die monatliche Zahlung von 25 Euro soll ersatzlos entfallen. Nach Angaben des Bündnisses Kindergrundsicherung wären davon mehr als eine Million Kinder betroffen.

Der Zuschlag ist eines der letzten verbliebenen Ergebnisse aus dem Gesetzgebungsverfahren zur geplanten Kindergrundsicherung. Die Streichung soll noch vor der Sommerpause beschlossen werden und dient laut Gesetzentwurf der Konsolidierung des Bundeshaushalts. Auch für rund zwei Millionen Kinder in Familien mit Bürgergeldbezug könnte der Sofortzuschlag künftig wegfallen.

Das Bündnis Kindergrundsicherung spricht sich entschieden gegen die Pläne aus. Einsparungen dürften nicht zulasten von Kindern gehen, die bereits von Armut betroffen seien.

Save the Children warnt vor wachsender sozialer Ungleichheit

Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland und Sprecher des Bündnisses Kindergrundsicherung, bezeichnete eine Streichung des Sofortzuschlags für armutsbetroffene Kinder als unverantwortlich und kurzsichtig.

Wer Leistungen gerade bei Familien kürze, die ohnehin mit erheblichen finanziellen Einschränkungen leben müssten, verstärke nach seiner Einschätzung die soziale Ungleichheit und verschlechtere die Zukunftschancen der Kinder.

Für Familien mit niedrigen Einkommen sei bereits der Alltag mit großen finanziellen Herausforderungen verbunden. Teilweise müssten sie selbst bei grundlegenden Bedürfnissen wie einer ausgewogenen und gesunden Ernährung sparen. Ein Betrag von 25 Euro im Monat könne für wohlhabende Menschen gering erscheinen, sei für betroffene Haushalte jedoch deutlich spürbar.

Weniger Geld bedeute für Kinder letztlich auch geringere Chancen auf Freizeitaktivitäten. Schon ein Schwimmbadbesuch, ein Eis im Sommer oder die Teilnahme an einer Ferienfreizeit könnten dadurch schwieriger zu finanzieren sein.

Westphal forderte deshalb, nicht bei Kindern zu kürzen. Stattdessen müsse mehr dafür getan werden, allen Kindern gute Bedingungen für das Aufwachsen zu ermöglichen und ihre Rechte zu schützen. Das Bündnis lehne die Abschaffung des Sofortzuschlags daher ausdrücklich ab.

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Kinderschutzbund fordert neue Berechnung des Existenzminimums

Auch Daniel Grein, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes und Koordinator des Bündnisses Kindergrundsicherung, kritisierte die geplante Kürzung. Der Sofortzuschlag gleiche zumindest teilweise Schwächen eines Sozialsystems aus, das derzeit nicht allen Kindern die finanziellen Voraussetzungen für ein gutes Aufwachsen bieten könne.

Noch immer lebe jedes fünfte Kind in Deutschland in Armut. Nach Ansicht Greins ist deshalb eine grundlegende Neuberechnung des Existenzminimums von Kindern erforderlich. Nur so ließen sich ihre tatsächlichen Bedarfe umfassend erfassen.

Dabei dürfe sich die Politik nicht ausschließlich am finanziellen Minimum orientieren. Maßstab müssten vielmehr ein gutes Aufwachsen und die Rechte von Kindern sein. Benötigt würden ausreichende Unterstützungsleistungen für Familien mit wenig Geld und eine tatsächliche Kindergrundsicherung.

Eine pauschale Kürzung der bestehenden Hilfen hält Grein dagegen für den falschen Ansatz. Die Konsolidierung des Staatshaushalts dürfe nicht auf Kosten armer Kinder erfolgen.

Bündnis fordert seit 2009 eine echte Kindergrundsicherung

Das Bündnis Kindergrundsicherung setzt sich bereits seit 2009 für eine umfassende finanzielle Absicherung von Kindern ein. Inzwischen beteiligen sich zahlreiche Mitgliedsverbände an der Initiative.

Ziel ist eine Kindergrundsicherung, die bestehende Leistungen möglichst weitgehend bündelt, automatisiert auszahlt und eine ausreichende finanzielle Unterstützung sicherstellt.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Save the Children Deutschland e.V./Veröffentlicht am 10.07.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.