Digitale Spiele als Teil des Rechts auf Spiel

By Nima

Unter dem Leitgedanken „Spielen verbindet – auch digital“ stellt das Deutsche Kinderhilfswerk den Weltspieltag am 11. Juni 2026. Gemeinsam mit den Partnern des Bündnisses Recht auf Spiel macht die Kinderrechtsorganisation darauf aufmerksam, dass Gaming ein fester Bestandteil der Lebensrealität junger Menschen ist. Spielen gilt als zentrales Grundbedürfnis von Kindern und Jugendlichen und ist durch die UN-Kinderrechtskonvention als eigenes Kinderrecht anerkannt – ausdrücklich auch im digitalen Raum.

Digitale Spiele prägen die heutige Kinder- und Jugendkultur. Diese Entwicklung erfordert eine aufmerksame und verantwortungsvolle Begleitung durch Eltern sowie Fachkräfte aus dem Kinder- und Jugendmedienschutz. Denn auch virtuelle Spielräume bergen Herausforderungen, über die junge Menschen informiert und vor denen sie geschützt werden müssen. Gleichzeitig eröffnen Games vielfältige Chancen, die gemeinsam entdeckt und genutzt werden können. Genau diesen Spannungsbogen zwischen Potenzialen und Risiken greift der Weltspieltag auf und rückt Möglichkeiten digitalen Spielens in den Fokus.

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, hebt hervor, dass Kinder und Jugendliche aus ganz unterschiedlichen Gründen digitale Spiele nutzen. Für viele dienen sie als Ausgleich nach der Schule, als Raum zum Ausprobieren verschiedener Rollen oder als Möglichkeit, Kontakte zu Gleichaltrigen zu pflegen. Andere nutzen Games zur Entspannung oder schlicht aus Freude am Spiel. Auf diesem Weg können digitale Spiele unaufdringlich zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen und verschiedene Fähigkeiten fördern. Unter geeigneten Rahmenbedingungen und mit einer reflektierten Begleitung lassen sich unter anderem Problemlösekompetenzen, logisches Denken, Teamarbeit und kommunikative Fähigkeiten stärken. Spätestens während der Corona-Pandemie sei deutlich geworden, welche Bedeutung digitale Räume für sozialen Austausch, Gemeinschaftserleben und Teilhabe haben.

Darüber hinaus betont Hofmann, dass digitale Spielwelten auch für Menschen mit Behinderungen wichtige Zugänge zu gleichberechtigter Teilhabe eröffnen. Gemeinsames Spielen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung könne Begegnungen ermöglichen, Barrieren sichtbar machen und dazu anregen, gemeinsam praktikable Lösungen zu entwickeln. Dies trage zum Abbau von Vorurteilen bei und stärke inklusive Ansätze in der Jugendarbeit. Ergänzend sollten Themen aus digitalen Spielwelten auch in Angeboten vor Ort aufgegriffen werden. So ließen sich auch junge Menschen erreichen, die sich für rein analoge Formate weniger interessieren. Auf diese Weise entstehe Raum für Austausch, gemeinsame Reflexion und ein besseres Verständnis dafür, was Kinder und Jugendliche bewegt und begeistert.

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Der Weltspieltag 2026 findet bundesweit zum 19. Mal statt. Kommunen, Initiativen, Bildungseinrichtungen, Schulen, Kitas, Vereine sowie Nachbarschaftsinitiativen sind eingeladen, eigene Aktionen in ihren Städten und Gemeinden umzusetzen. Ob Spiel-, Beteiligungs- oder Protestformate – alle Aktivitäten tragen dazu bei, das Recht auf Spiel, Freizeit, kulturelle Teilhabe und Erholung gemäß der UN-Kinderrechtskonvention sichtbar zu machen. Die Verantwortung für die Durchführung liegt bei den jeweiligen Akteuren vor Ort. Unterstützend stellt das Deutsche Kinderhilfswerk umfangreiche Materialien zur Bewerbung des Weltspieltags bereit. Weiterführende Informationen sind auf der Website des Weltspieltags abrufbar.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Deutschen Kinderhilfswerk e.V./Veröffentlicht am 08.01.2026