Die gesetzliche Rente werde zwar aus unterschiedlichen Richtungen gezielt schlecht dargestellt, sei jedoch wesentlich leistungsfähiger, als ihr Ruf vermuten lasse. Nach Einschätzung der SoVD-Vorstandsvorsitzenden Michaela Engelmeier habe sie sich selbst in Krisenzeiten als stabil, verlässlich und solidarisch erwiesen und bilde nach wie vor das zentrale Fundament der Alterssicherung in Deutschland. Gerade deshalb müsse sie nun gezielt gestärkt werden, weil viele Menschen das Vertrauen in eine verlässliche Absicherung im Alter verloren hätten.
Eine aktuelle Umfrage, die der Sozialverband Deutschland (SoVD) beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben hat, macht deutlich, wie groß die Unsicherheit in der Bevölkerung in Bezug auf die gesetzliche Rente inzwischen ist. Eine klare Mehrheit der Befragten geht davon aus, den eigenen Lebensstandard im Alter mit der gesetzlichen Rente nicht halten zu können. Mehr als 82 Prozent rechnen damit, dass ihre Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung dafür nicht ausreichen werden.
Zugleich zeigt die Erhebung, dass private Vorsorge für viele Menschen keine praktikable Lösung ist. Rund 54 Prozent der Befragten geben an, finanziell nicht in der Lage zu sein, ausreichend privat für das Alter vorzusorgen. Engelmeier verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass politische Modelle, die stark auf private Eigenvorsorge setzen, an der tatsächlichen Lebenssituation vieler Menschen vorbeigingen. Die Vorstellung, jede und jeder könne in ausreichendem Maß privat vorsorgen, werde durch die Umfrage klar entkräftet. Private oder betriebliche Vorsorge könne die gesetzliche Rente zwar ergänzen, sie aber insbesondere für Menschen mit geringem finanziellen Spielraum nicht ersetzen.
Darüber hinaus macht die Umfrage deutlich, dass viele Menschen strukturelle Reformen mit einer breiteren Finanzierungsgrundlage befürworten. 70 Prozent sprechen sich dafür aus, zur langfristigen Finanzierung der gesetzlichen Rente alle Erwerbstätigen einzubeziehen. Noch größer fällt die Zustimmung bei der Frage aus, ob auch Beamtinnen und Beamte einbezogen werden sollten: Hier befürworten 87 Prozent ein solches Modell. Auch höhere Steuern für Besserverdienende stoßen mit 42 Prozent auf vergleichsweise breite Zustimmung.
Wenig Rückhalt findet dagegen der Abbau von Leistungen oder eine stärkere Belastung der Versicherten. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters unterstützen lediglich 13 Prozent. Eine Begrenzung des Rentenniveaus befürworten nur 8 Prozent, höhere Rentenbeiträge sogar nur 6 Prozent. Engelmeier fasst die Ergebnisse dahingehend zusammen, dass viele Menschen sich ein Rentensystem wünschen, das auf mehr Schultern verteilt wird. Aus ihrer Sicht brauche es deshalb eine Weiterentwicklung zu einer Erwerbstätigenversicherung, in die alle einzahlen. Gleichzeitig müsse das Rentenniveau stabilisiert und langfristig angehoben werden, damit verlorenes Vertrauen in die gesetzliche Rente zurückgewonnen werden könne.
Nach Auffassung des SoVD ist eine verlässliche Alterssicherung nicht allein eine sozialpolitische Frage, sondern ebenso entscheidend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen aus Sicht des Verbandes, wie stark die Verunsicherung in der Bevölkerung inzwischen ausgeprägt ist. Engelmeier betont, dass die gesetzliche Rente künftig höher ausfallen müsse, damit sie den Lebensstandard im Alter tatsächlich sichern könne. Voraussetzung dafür sei zudem ein starker, inklusiver Arbeitsmarkt mit guten Löhnen und möglichst stabilen Erwerbsverläufen.
Fehlende Sicherheit im Alter wirke sich außerdem auf andere gesellschaftliche Bereiche aus. Sie könne etwa zu höheren Ausgaben bei der Grundsicherung führen und zugleich das Vertrauen in staatliche Institutionen schwächen. Der SoVD fordert daher ein entschlossenes politisches Vorgehen, um das Vertrauen in die gesetzliche Rente wiederherzustellen und Altersarmut wirksam vorzubeugen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Sozialverband Deutschland (SoVD)/Veröffentlicht am 26.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.