Die von der KfW initiierte „Charta der Demokratie“ hat sieben weitere Unterstützer gewonnen. Nach dem Start im Januar und einer zweiten Beitrittsrunde im Juni wächst die Initiative damit auf insgesamt 21 Unternehmen, Institutionen und Verbände einschließlich der KfW.
Neu hinzugekommen sind die AOK Hessen, Deloitte, Feldhoff & Cie., die ITSG, die Merz Group, das Berliner Technologieunternehmen sglux sowie die Wirtschaftsvereinigung für den Kreis Steinfurt. Mit der Wirtschaftsvereinigung beteiligt sich erstmals ein Wirtschaftsverband. Zugleich gewinnt die ursprünglich in Hessen gestartete Initiative durch Teilnehmer aus Berlin und Nordrhein-Westfalen zunehmend bundesweite Reichweite.
Unternehmen sollen kommunalpolitisches Engagement erleichtern
Ziel der Charta ist es, Beschäftigte zu unterstützen, die sich ehrenamtlich kommunalpolitisch engagieren oder ein Mandat übernehmen möchten. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft der Hessischen Staatskanzlei.
Grundlage sind gemeinsame Leitlinien. Die teilnehmenden Organisationen wollen demokratische Werte in ihrer Unternehmenskultur stärken, kommunalpolitisches Engagement durch geeignete Maßnahmen unterstützen und einen offenen sowie respektvollen Austausch über demokratische Themen fördern.
Wie die einzelnen Unternehmen diese Ziele umsetzen, bleibt ihnen selbst überlassen.
Netzwerk wächst über Hessen hinaus
KfW-Vorstandsvorsitzender Stefan Wintels sieht in der Entwicklung den Übergang von einer Gründungsinitiative zu einem breiteren Netzwerk. Entscheidend sei, dass es nicht bei einem symbolischen Bekenntnis bleibe, sondern Menschen konkret unterstützt würden, die vor Ort politische Verantwortung übernähmen.
Dass erstmals ein Wirtschaftsverband hinzukomme und inzwischen auch Organisationen aus Berlin und Nordrhein-Westfalen beteiligt seien, zeige aus seiner Sicht, dass die Idee über ihren ursprünglichen regionalen Kreis hinaus Anklang finde.
Bereits die zweite Beitrittsrunde im Juni hatte sechs zusätzliche Teilnehmer gebracht. Damals schlossen sich unter anderem BNP Paribas Deutschland und die Deutsche Bank der Initiative an.
Hessische Staatskanzlei betont politische Beteiligung
Benedikt Kuhn, Staatssekretär und Chef der Hessischen Staatskanzlei, verweist auf die Bedeutung aktiver Beteiligung für demokratische Prozesse. Dazu gehörten aus seiner Sicht neben der Teilnahme an Wahlen auch öffentliche Diskussionen, der Umgang mit unterschiedlichen Positionen und die Bereitschaft, politische Verantwortung zu übernehmen.
Die wachsende Zahl beteiligter Unternehmen wertet er als Zeichen dafür, dass die Unterstützung für kommunalpolitisches Engagement auch über Hessen hinaus auf Interesse stößt.
Die Charta selbst legt nach Angaben der KfW ausdrücklich keine bestimmte Parteizugehörigkeit zugrunde. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung demokratischer Mandate auf kommunaler Ebene.
Neue Mitglieder setzen unterschiedliche Schwerpunkte
Die neu hinzugekommenen Unternehmen verbinden ihren Beitritt mit unterschiedlichen Maßnahmen und Zielen.
Die AOK Hessen verweist auf ihre gesellschaftliche Verantwortung als Kranken- und Pflegeversicherung. Deloitte hebt unter anderem das bereits bestehende Engagement von Beschäftigten im Rahmen des Corporate Volunteering hervor.
Feldhoff & Cie. will Mitarbeitende darin bestärken, sich kommunalpolitisch und gesellschaftlich zu engagieren. Die ITSG sieht einen Schwerpunkt darin, Beschäftigte bei kommunalpolitischem Engagement zu unterstützen und zugleich ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Hassrede und antidemokratischen Äußerungen zu stärken.
Die Merz Group stellt demokratische Grundwerte, gesellschaftlichen Zusammenhalt und respektvollen Dialog in den Mittelpunkt. Das Berliner Unternehmen sglux unterstützt kommunalpolitisch engagierte Beschäftigte unter anderem mit bezahlter Freistellung, Kostenübernahmen und Coachingangeboten.
Erstmals ist ein Wirtschaftsverband beteiligt
Mit der Wirtschaftsvereinigung für den Kreis Steinfurt tritt erstmals ein Wirtschaftsverband der Charta bei. Die Organisation vertritt nach eigenen Angaben mehr als 500 Mitglieder im nördlichen Münsterland und südlichen Emsland.
Sie will insbesondere die Perspektive mittelständischer Unternehmen einbringen und den Austausch über praktische Möglichkeiten zur Förderung demokratischen Engagements nutzen.
KfW unterstützt eigene Beschäftigte mit Sonderurlaub
Auch die KfW selbst hat konkrete Maßnahmen eingeführt. Dazu gehören zusätzlicher Sonderurlaub für bestimmte Beschäftigte, die ein kommunalpolitisches Mandat übernehmen, Coachingangebote sowie Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote zur Stärkung demokratischer Kompetenzen.
Mit der dritten Beitrittsrunde innerhalb von neun Monaten entwickelt sich die Charta damit zunehmend von einer regional gestarteten Initiative zu einem Netzwerk aus Unternehmen, Institutionen und Verbänden aus mehreren Bundesländern.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von KfW/Veröffentlicht am 16.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.