Terre des Hommes warnt vor Risiken der GEAS-Reform für geflüchtete Kinder

By Nima

Mit dem Inkrafttreten der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems am 12. Juni sieht Terre des Hommes erhebliche Gefahren für die Rechte geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Deutschland und in der Europäischen Union.

Nach Einschätzung der Kinderrechtsorganisation schaffen die neuen Vorgaben unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, Minderjährige zu inhaftieren. Gleichzeitig würden Formen der längerfristigen Unterbringung ausgeweitet, die zwar nicht immer rechtlich als Haft gelten, für die Betroffenen aber ähnliche Folgen haben können. Besonders kritisch beurteilt Terre des Hommes die im deutschen Anpassungsgesetz vorgesehenen sogenannten Sekundärmigrationszentren. Dort könnten Familien mit Kindern über längere Zeiträume untergebracht werden.

Joshua Hofert, Vorstandssprecher von Terre des Hommes, machte deutlich, dass es für Kinder keine entscheidende Rolle spiele, ob eine Unterbringung formal als Haft oder als haftähnliche Maßnahme bezeichnet werde. Maßgeblich sei vielmehr, wie sich diese Situation konkret auf ihren Alltag auswirke. Große und abgelegene Einrichtungen könnten Isolation verstärken und die Entwicklung von Kindern spürbar beeinträchtigen.

Die Organisation verweist dabei auf Erfahrungen aus europäischen Projekten. Diese zeigten, dass freiheitsbeschränkende Unterbringungsformen den Schulbesuch erschweren, die Verarbeitung von Fluchterfahrungen behindern und psychische Belastungen zusätzlich verstärken können.

Kritisch bewertet Terre des Hommes außerdem die praktische Umsetzung der Reform in Deutschland. Nach Auffassung der Organisation bestehen weiterhin ungeklärte Fragen bei der Zusammenarbeit zwischen dem Asylsystem und der Kinder- und Jugendhilfe. Hofert erklärte, dass besonders schutzbedürftige Kinder Gefahr liefen, durch das System zu fallen, wenn die Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe nicht eindeutig abgesichert werde.

Mit Blick auf die geplante EU-Rückführungsverordnung warnt Terre des Hommes zudem vor Abschiebungen Minderjähriger in Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union, zu denen die betroffenen Kinder bislang keinerlei Bezug hatten.

Siehe auch  Ehrenamtlich Engagierte fühlen sich sozial eingebunden

Die Organisation fordert Bund, Länder und zuständige Behörden deshalb auf, die bestehenden Spielräume bei der Umsetzung der GEAS-Reform konsequent am Kindeswohl auszurichten. Dazu gehören aus ihrer Sicht vor allem kindgerechte Unterbringungsformen, der Zugang zu unabhängiger rechtlicher Vertretung sowie eine klare Verankerung der Kinder- und Jugendhilfe im Umgang mit geflüchteten Minderjährigen.

Zu den zentralen Forderungen von Terre des Hommes gehören der Verzicht auf Inhaftierung von Kindern und Jugendlichen im Kontext von Asyl- und Migrationsverfahren, keine haftähnliche Unterbringung von Familien mit Kindern, eine kindgerechte Unterbringung und Betreuung sowie eine unabhängige rechtliche Vertretung unbegleiteter Minderjähriger.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Terre des Hommes Deutschland e.V./Veröffentlicht am 11.06.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.