Fahrt ins Risiko (1/4)

Donnerstag, 20. September 2012

20:15 – 21:00 Phoenix
Die Eisstraße durch Sibirien. Film von Claus Wischmann

Schwertransport auf der Winterstraße. Bild: PHOENIX/ZDF/ARTE/Gerd Müller/fernsehbüro

Was im Süden zum unvermeidbaren Verkehrskollaps führen würde, ist im Norden Russlands Alltag: Die Winterstraßen am Polarkreis sind mehrere Monate im Jahr schneebedeckt und vereist. Doch die sogenannten Zimniki können ausschließlich während dieser Wintermonate befahren werden. (Bild: PHOENIX/ZDF/ARTE/Gerd Müller/fernsehbüro)

Sobald der Frühling kommt und das Tauwetter einsetzt, verwandeln sich die Straßen in morastige Flächen, die keinerlei Autoverkehr mehr zulassen. Die einzige Verbindung zwischen der Provinzhauptstadt Salekhard und dem 300 Kilometer entfernten Nadym verläuft über eine solche Straße. Alles, was nicht zwischen Ende Dezember und Mitte April transportiert wurde, muss kostspielig per Flugzeug verschickt werden.

Eine Fahrt zwischen den beiden Städten, kurz bevor Eis und Schnee tauen, die Straße ihren Halt verliert und schließlich ganz verschwindet, ist ein regelrechtes Abenteuer. Verlassene Autowracks sind kein seltener Anblick am Rande der Winterstraße. Jeder, der auf die Straße will, muss sich registrieren lassen. Wer die Straße allein befährt, geht ein unkalkulierbares Risiko ein. Unterwegs gibt es keine Mobilfunkverbindung, kein Restaurant, keine Tankstelle.

Auch die Tundranomaden vom Volk der Nenzen nutzen die Winterstraße. Mit ihren Schneemobilen fahren sie von abgelegenen Zeltdörfern am Rande der Straße bis in die Städte. Sie nennen die Zimniki „Straße des Lebens.“ Ein Konvoi aus vier Fahrzeugen bahnt sich den Weg über Glatteis und tiefen Schnee, über Flüsse und Sümpfe. Kein Problem, wenn 30 oder 40 Minusgrade herrschen. Sobald aber das Thermometer auf über 15 Grad minus steigt, verwandelt sich der Weg in eine Rutschbahn für Mensch und Maschine.

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Ein Kommentar
  1. Joachim
    schrieb am 2. Oktober 2012 um 11:50 Uhr: | Antworten

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