Great India (2/2)

Samstag, 11. Juni 2011

21:10 – 22.10 Arte
Ashoka – Der Krieger Buddhas
Dokumentation, Deutschland 2008, Regie: Stephan Koester

König Ashoka (Vijay Kumar), der Krieger Buddhas. Bild: ZDF / © Marc Burgstaller

Das Maurya-Reich ist das erste Großreich auf dem indischen Subkontinent. Seine Könige herrschen von der Hauptstadt Pataliputra aus, die damals eine Millionenmetropole und vermutlich die bevölkerungsreichste Stadt der Welt ist. Großzügig fördern die Regenten Wissenschaften und Künste. Im dritten Jahrhundert wird Ashoka zum Herrscher der Maurya-Dynastie. Skrupellos erobert er den Thron, lässt seine Brüder ermorden und gilt als gnadenloser Kriegsherr. Doch er wird geläutert und zum Wegbereiter für den Aufstieg einer damals noch kleinen Sekte zur Weltreligion: dem Buddhismus. Damit wird Ashoka zu einem der wichtigsten Regenten im Verlauf der indischen Geschichte.

Im dritten Jahrhundert vor Christus gelingt es dem Herrscher Ashoka, das Maurya-Reich zum ersten Großreich des indischen Subkontinents zu machen. Aufgrund seiner Brutalität, seiner Skrupellosigkeit und seiner Kriegslust erhält Ashoka den Namen „Chandashoka“ („Ashoka der Grausame“). 261 vor Christus befiehlt er den Angriff auf Kalinga, ein Land von immenser strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Es wird eine der größten Invasionen in der Geschichte Indiens. Ashokas Armee richtet ein furchtbares Gemetzel an, bei dem 150.000 Menschen verschleppt und 100.000 ermordet werden. Die Szenen der Schlacht sind so verheerend, dass sie zum Wendepunkt in Ashokas Leben werden.

Der Mann, dem nichts heilig war, der seine eigenen Brüder ermordete, erfährt eine wundersame Wandlung. Er wird zum Anhänger des Buddhismus, einer damals nahezu unbekannten Lehre. Ashoka pilgert zu den Wirkungsstätten Buddhas und wandert fast ein Jahr lang durch sein Imperium, um die buddhistische Religion zu verbreiten. Überall lässt er auf mächtigen Säulen und Felsen seine Edikte einmeißeln, die von der Überwindung seines Machtstrebens und vom Einsatz für Glück und Frieden berichten. Erstmals erhebt ein Herrscher Begriffe wie „Gerechtigkeit“ und „Gewaltlosigkeit“ zum Staatsziel.

250 vor Christus beruft Ashoka ein buddhistisches Konzil ein. Er schickt Missionare nach Birma, Tibet, Nepal, China, Sri Lanka. Sogar nach Syrien und Griechenland gelangen die Boten des Maurya-Herrschers. Diese Missionen legen den Grundstein für den Aufstieg des Buddhismus zur Weltreligion.

232 vor Christus stirbt Ashoka im Alter von etwa 70 Jahren – angeblich als gebrochener und enttäuschter Mann. Das Riesenreich zerfällt. Und Ashoka und seine Geschichte geraten in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert werden Ashokas Edikte und damit sein Leben und Wirken wiederentdeckt.

Die Ideen der Gewaltlosigkeit und die Tatsache, dass unter seiner Herrschaft zum ersten Mal der Subkontinent politisch geeint wurde, machen Ashoka zur Symbolgestalt des wiedererwachenden Indiens. So bildet seit der Unabhängigkeit das Löwenkapitell auf einer Ashoka-Säule das Amtssiegel der indischen Regierung. Und in vielen asiatischen Staaten wird Ashoka bis heute als Wegbereiter des Buddhismus verehrt.

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