Viele Familien in Deutschland stehen durch steigende Alltagskosten weiter unter Druck. Miete, Heizung, Lebensmittel und Kleidung belasten die Haushaltskassen und führen dazu, dass Eltern bei Ausgaben für ihre Kinder genauer abwägen müssen.
Eine neue repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von Save the Children zeigt: Mehr als ein Viertel der Eltern mit minderjährigen Kindern blickt derzeit sorgenvoll auf die finanzielle Zukunft. Gleichzeitig fordern 83 Prozent der Befragten mehr Anstrengungen der Bundesregierung gegen Kinderarmut.
Finanzielle Sorgen nehmen zu
Seit der letzten Befragung im Sommer 2025 ist der Optimismus vieler Eltern gesunken. Aktuell machen sich 27 Prozent der Befragten große oder sehr große Sorgen, in den kommenden zwölf Monaten die Grundbedürfnisse ihrer Familie nicht oder nicht ausreichend decken zu können.
Dazu zählen etwa Heizen, Kleidung und Nahrung. Im Sommer 2025 lag dieser Wert noch bei 25 Prozent, im Januar 2025 bei 15 Prozent.
Nur 40 Prozent der befragten Eltern geben an, keine finanziellen Zukunftssorgen zu haben. Vor einem Jahr waren es noch 48 Prozent.
Viele Kinder müssen verzichten
Save-the-Children-Experte Eric Großhaus sieht in den Ergebnissen einen besorgniserregenden Trend. Innerhalb von anderthalb Jahren habe sich die Zahl der Eltern mit finanziellen Zukunftssorgen nahezu verdoppelt.
Alltägliche Ausgaben wie gesunde Ernährung oder Kleidung verursachten in vielen Familien Stress. Hinzu komme, dass zahlreiche Kinder auf Dinge verzichten müssten, die für Gleichaltrige in Deutschland selbstverständlich seien. Dazu gehörten Hobbys, Restaurantbesuche oder Urlaube.
Aus Sicht der Organisation wäre jetzt ein politisches Gegensteuern notwendig. Save the Children kritisiert in diesem Zusammenhang geplante Sozialkürzungen und fordert eine Gesamtstrategie, die Kindern unabhängig von ihrer Herkunft ein gutes Aufwachsen ermöglicht.
Armutsgefährdete Familien besonders belastet
Besonders groß sind die Sorgen bei Gruppen, die ohnehin stärker armutsgefährdet sind. 61 Prozent der Eltern mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 3.000 Euro blicken sorgenvoll auf die kommenden zwölf Monate.
Unter Alleinerziehenden liegt dieser Anteil bei 47 Prozent. In diesen Gruppen halten mindestens 90 Prozent der Befragten die derzeitigen Pläne der Bundesregierung für nicht ausreichend, um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen.
Auch insgesamt wächst die Unzufriedenheit: 83 Prozent aller befragten Eltern sehen hier zu wenig politische Anstrengung. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 76 Prozent.
Freizeit, Hobbys und gesunde Ernährung unter Druck
Zwar kommen viele Familien weiterhin über die Runden und können sich gelegentlich zusätzliche Ausgaben leisten. Für 21 Prozent der Befragten sind Anschaffungen oder Aktivitäten wie neue Möbel, Ausflüge, Restaurantbesuche, Urlaube oder Hobbys der Kinder jedoch eher nicht oder gar nicht möglich.
Viele Eltern mussten in den vergangenen zwölf Monaten bei Ausgaben für ihr Kind zurückstecken oder zumindest überlegen. Besonders häufig betraf dies Freizeitaktivitäten und Hobbys sowie Feiern und Geschenke, jeweils mit 22 Prozent.
Bei Eltern mit geringem Einkommen stellen auch gesunde Ernährung und Kleidung für Kinder eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar. Jeweils mehr als ein Drittel dieser Gruppe berichtet von entsprechenden Belastungen.
Save the Children fordert nationale Strategie
Save the Children fordert, Leistungen für Familien mit geringem Einkommen nicht zu kürzen. Besonders genannt werden Wohngeld, Kindersofortzuschlag und Unterhaltsvorschuss, die für viele Familien wichtige Unterstützung im Alltag darstellen.
Zudem sollten Sozialleistungen einfacher, unbürokratischer und stärker am tatsächlichen Bedarf von Kindern ausgerichtet werden. Ziel müsse eine echte Kindergrundsicherung sein.
Darüber hinaus spricht sich die Organisation für eine umfassende nationale Strategie gegen Kinderarmut aus. Diese sollte gezielte Maßnahmen für Teilhabe, Bildung und soziale Sicherheit verbinden. Dafür müssten Bund, Länder und Kommunen eng zusammenarbeiten.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Save the Children Deutschland e.V./Veröffentlicht am 01.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.