Die Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe kritisiert die geplanten weiteren Einschnitte bei der humanitären Hilfe im Bundeshaushalt. Nach Ansicht der Organisation steht die Kürzung internationaler Hilfsgelder in einem deutlichen Missverhältnis zu anderen staatlichen Ausgaben und Steuervergünstigungen, für die weiterhin Milliardenbeträge bereitgestellt oder in Kauf genommen werden.
Nach Angaben von Help ist die staatliche Unterstützung für humanitäre Hilfe in den vergangenen Jahren bereits massiv zurückgegangen. Seit 2022 seien die Mittel um fast 70 Prozent gesunken, sodass Deutschland heute nur noch rund eine Milliarde Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung stelle. Gleichzeitig seien weltweit mehr als 240 Millionen Menschen auf Nothilfe angewiesen.
Besonders kritisch sieht die Organisation, dass der nun beschlossene Bundeshaushalt 2027 weitere Kürzungen beim Auswärtigen Amt und beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vorsieht. Help warnt davor, dass dies ganz konkrete Folgen in Krisenregionen haben werde: weniger Zugang zu lebenswichtiger Versorgung, wachsende Gesundheitskrisen, mehr Fluchtbewegungen und eine höhere Gefahr gewaltsamer Eskalationen.
Zur Einordnung verweist die Organisation auf andere finanzielle Entscheidungen des Staates. So verursache das sogenannte Dienstwagenprivileg nach ihren Angaben jährliche Steuerausfälle von rund 2,5 Milliarden Euro. Auch die steuerliche Begünstigung von Diesel koste den Staat erhebliche Summen. Würde Diesel an die Benzinsteuer angepasst, könnten laut Help jährlich rund 9 Milliarden Euro zusätzlich eingenommen werden. Hinzu komme der Tankrabatt, der den Staat für nur zwei Monate etwa 1,6 Milliarden Euro gekostet habe.
Die stellvertretende Help-Generalsekretärin Bianca Kaltschmitt betont, dass humanitäre Hilfe Leben rette und zusammen mit langfristiger Entwicklungszusammenarbeit dazu beitrage, Krisen einzudämmen, Epidemien zu verhindern und fragile Regionen zu stabilisieren. Wer heute bei Krisenprävention und Nothilfe spare, werde morgen einen deutlich höheren Preis zahlen – humanitär, sicherheitspolitisch und wirtschaftlich.
Aus Sicht von Help zeigt der Vergleich der Haushaltsprioritäten eine klare Schieflage. Bereits die Umverteilung eines kleinen Teils der Mittel, die derzeit in klimaschädliche Subventionen oder steuerliche Vergünstigungen fließen, könnte nach Einschätzung der Organisation ausreichen, um lebensrettende Maßnahmen für Millionen Menschen zu finanzieren.
Help fordert deshalb den Deutschen Bundestag auf, die geplanten Kürzungen im weiteren Haushaltsverfahren zu korrigieren. Deutschland könne es sich leisten, Menschen in Not zu unterstützen. Entscheidend sei nicht, ob das Geld vorhanden sei, sondern welche politischen Prioritäten gesetzt würden.
Zugleich weist die Organisation darauf hin, dass sie ihre Hilfsprojekte bereits besonders kosteneffizient umsetze, etwa durch die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen. Die massiven Kürzungen der vergangenen Jahre ließen sich auf diesem Weg jedoch nicht mehr ausgleichen. Nach Einschätzung von Help gefährdet das nicht nur einzelne Hilfsmaßnahmen, sondern auch die Stabilisierung ganzer Regionen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V./Veröffentlicht am 06.07.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.