Gegen den Strom

Dienstag, 16. März 2010

20.15 – 21:30 Arte
Ein Dokumentarfilm, Frankreich/Deutschland 2009, Erstausstrahlung

Der Erdball als Wasserball: Er führt uns an die Orte, an denen Wasser fehlt und die Verteilung neue Strategien fordert. Bild: Arte

Die Bewohner eines Dorfes in Mali müssen täglich mit sechs Litern Wasser pro Person auskommen. Gleichzeitig befürchtet die spanische Metropole Barcelona, aufgrund der Trockenheit den Wasserbedarf seiner Bevölkerung von durchschnittlich 120 Litern pro Kopf und Tag nicht befriedigen zu können. Sechs Liter und 120 Liter – am Beispiel des Wasserverbrauchs wird deutlich, wie relativ das Verständnis von Bedarf und Mangel ist. Mit diesem Widerspruch beginnt der Dokumentarfilm „Gegen den Strom“.

Was bedeutet es, wenn Südspanien über Wasserknappheit klagt? Was bedingt neben der hohen Bevölkerungsdichte die schlechte Wasserversorgung in Mexiko-City? Wie kommt es, dass in Bamako ein Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser hat, obwohl Malis Hauptstadt an einem großen Strom, dem Niger, liegt? Und warum gibt es in der nordfranzösischen Region Nord-Pas de Calais, die im Prinzip keinen Wassermangel kennt, Probleme in den Einzugsgebieten?

Trotz der kritischen Situation vermeidet der Film Katastrophenszenarien. Die vielschichtige Problematik wird an unterschiedlichen Orten untersucht. Dabei werden die historischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte von Wasser in ihrer ganzen Komplexität berücksichtigt.

Angesichts neuer Probleme muss die Gesellschaft heute lernen – oder wieder lernen -, dass Wasser ein wertvoller Rohstoff ist, dessen Verteilung und Bewirtschaftung angepasst und verbessert werden muss. Statt in Pessimismus zu verfallen, sollte man an die Fähigkeit des Menschen glauben, zusammenzukommen, zu diskutieren und Kompromisse zu finden. Denn Wasser ist nicht in erster Linie eine Frage der Vorräte, sondern vor allem eine Frage der Demokratie.


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