Im Herzen der Sahara

Donnerstag, 23. August 2012

16.30 – 17.15 Phoenix
Anatomie einer Wüste – Ein Film von Sylvia Strasser, ZDF/2009

Mitten im Erg Ubari liegen zauberhafte Oasenseen. Sie werden von fossilem Wasser gespeist, von Regenfällen, die vor vielen Jahrtausenden niedergegangen sind. Bild: ZDF / © ZDF/Sylvia Strasser

Die Erde heizt sich auf. An den Polen schmilzt das Eis. Der Meeresspiegel steigt. Und immer mehr Menschen fliehen aus ihrer von Dürre oder Überschwemmungen bedrohten Heimat.

Doch der Klimawandel lässt nicht überall die Wüsten wachsen. Ausgerechnet die Sahara, die größte Warmwüste der Erde, könnte vom Klimawandel profitieren. Ihr Herz, seit vielen Jahrtausenden von extremer Trockenheit beherrscht, könnte wieder feuchter und grüner werden, wie schon mehrfach im Verlauf der Erdgeschichte.

Im Südwesten Libyens bergen die Sand- und Felswüsten des Fessan ein faszinierendes Freilichtmuseum der Natur. Für Wissenschaftler ist das Herz der Sahara ein Ort der Offenbarung. Überall lassen sich neben dem Werk der Winde Spuren fließenden Wassers entdecken, die Abdrücke urzeitlicher, prähistorischer – neuerdings sogar gegenwärtiger Regenfälle.

Der Felsbildarchäologe Tilman Lenssen-Erz und der Geologe Peer Jungstand vom Kölner Heinrich-Barth-Institut erkunden mit Bewohnern der Sahara – ortskundigen Tuareg – spektakuläre Schauplätze der Natur- und Menschheitsgeschichte. Auf Felswänden, im Wüstensand oder am Fuß riesiger Dünen entziffern sie die Hinterlassenschaften früher Zivilisation. Hier erzählt die Wüste vom Mangel an Wasser, der die lebensfeindlichen Landschaften der zentralen Sahara prägt. Aber sie erzählt auch von feuchten Klimaphasen.

In den Gebirgstälern des Akakus und des Messak finden die Wissenschaftler nicht nur Beweise einstiger Fruchtbarkeit. In den letzten Sommern hat ergiebiger Niederschlag die Wadis sogar mehrere Meter unter Wasser gesetzt. Die Anzeichen verdichten sich, dass die globale Erwärmung wieder mehr Regenwolken in die zentrale Sahara bringt. Doch Klimaforscher warnen vor allzu einfachen Analogien. Denn die Menschen verändern ihre Umwelt mehr denn je und nehmen so Einfluss auf das globale Klima.

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