Kulturkrieger in Mogadischu

Freitag, 01. Februar 2013

22.45 – 23.15 zdf.kultur
Dritter Teil der vierteiligen Reportage-Reihe mit Katrin Sandmann.

Bilder der "Art for Peace Initiative" vor dem neuen Parlament, Mogadischu 2012. Bild: ZDF / Michael Pohl.

Somalia gilt als der gescheiterte Staat per Excellence. Warlords, Clanchefs und radikale Islamisten hatten dort bis vor kurzem das Sagen. Nach mehr als 20 Jahren blutigem Bürgerkrieg ist die Hauptstadt Mogadischu in weiten Teilen nur noch ein Trümmerhaufen. (Bild: ZDF / Michael Pohl)

Wenn sich Selbstmordattentäter in die Luft sprengen, der Kampf ums nackte Überleben die gesamte Energie fordert oder Islamisten Bilder- und Musikverbote verhängen, wer will da noch eine Band gründen, Filme drehen oder Performances aufführen?
In Krisengebieten wie Kabul, Kinshasa, Bagdad und Port-au-Prince sucht Katrin Sandmann diese “Kulturkrieger”.

Genau hier sucht Reporterin Katrin Sandmann für ZDFkultur nach “Kulturkriegern” – Kreativen, die unter schwierigsten Bedingungen und oft unter Lebensgefahr ihre Gesellschaft mit und durch die Kunst verändern wollen. Sie findet eine Gruppe Guerilla-Maler, die mangels Ausstellungsfläche ihre hochpolitischen Bilder mitten in der Stadt aufstellen. Nicht irgendwo, sondern ganz gezielt vor dem Parlament und der Residenz des Präsidenten. Dem ersten Staatsoberhaupt, das nach 22 Jahren nackter Anarchie jüngst gewählt worden ist.

Sandmann trifft Künstler, die Todesdrohungen ignorieren, weil sie überzeugt davon sind, dass ihre Arbeit wichtig für die somalische Gesellschaft ist. Meinungsmacher, die einen hohen Preis für die selbsterkämpfte Meinungsfreiheit zahlen. Den Radiojournalisten Mohamed etwa, den die Reporterin auf der Intensivstation besuchen muss. Unbekannte haben ihn angeschossen. Trotz seiner schweren Bauchverletzung will er Sandmann unbedingt erklären, warum er seinen Job nie aufgeben würde. Er will, dass die Welt das hört.

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