Shosholoza-Express

Montag, 27. Dezember 2010

23.15 – 00.15 Phoenix
Ein Film von Beatrice Möller

In Südafrika ist der "Shosholoza Meyl Express" der Zug der kleinen Leute. Er ist günstig und wird vom Volk genutzt. 27 Stunden dauert die Fahrt auf einer seiner längsten Strecken. Bild: PHOENIX/BR/Lemme Film

Im neuen Südafrika sind alle gleich: Schwarze, Weiße, Inder und Farbige, so der Anspruch. Auf einer Zugfahrt im „Shosholoza Express“ begegnen die Reisenden den Brüchen ihrer Vergangenheit. 20 Jahre nach Ende der Apartheid ist nichts, wie es war, aber auch nichts wie es sein sollte.

Johannesburg Hauptbahnhof, es ist Montagmorgen – ein frischer Wind weht über den überdachten und noch dunklen Bahnsteig. Ein buntes Treiben herrscht, denn der Zug nach Kapstadt wird bald eintreffen. Eine junge schwarze Frau ist umrundet von übergroßen Gepäckstücken, Plastiktüten und Decken. Sie sieht müde aus. Kinder spielen Fangen zwischen all den Gepäckstücken, die sie als Hindernisse verwenden. Eine lange Reise liegt vor ihnen. Viele Fahrgäste blicken noch ganz verschlafen in die Richtung des Zuges.

Er wird gleich fahren der „Shosholoza Express“ 27 Stunden – von Johannesburg über East London, Musina, Kimberley, Pietermaritzburg, Nelspruit, Komatipoort, Polokwane, Bloemfontein, Port Elizabeth, Kapstadt und Durban und von Durban nach Kapstadt zurück. „Shosholoza“ kommt aus der Zulu-Sprache und bedeutet: „Geh weiter, beweg dich, gib nicht auf!“ Auf der Reise durch moderne Stadtzentren, verwahrloste Townships und endlose Weiten erzählt der Film von inneren Grenzen, nicht überwundenen Vorurteilen, unerfüllten Hoffnungen und schwelenden Konflikten.

Zugmanager Leonard, die beiden älteren Damen Tilly und Masch, John, ein älterer Herr, der von seinem Besuch bei der Ehegattin zu einer Goldmine fährt, James, der zu den Coloured People gehört, und von Johannisburg – d.h. von seinem schwarzen Geliebten, einem Zulu – wieder nach Hause, nach Kapstadt reist oder das weiße Ehepaar Botha, das eine Reise unternimmt, um die in Kapstadt wohnende Tochter und die kleine Enkelin wiederzusehen. Sie alle äußern sich zur Vergangenheit und zur Gegenwart, zu ihren Wünschen an die Zukunft, zu ihren Enttäuschungen und Ängsten.

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Ein Kommentar
  1. schrieb am 24. Juli 2011 um 03:08 Uhr: | Antworten

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