Milliarden für Afrika – Was bringt Entwicklungshilfe?

Mittwoch, 19. Mai 2010

22.45-23.30 ZDF
auslandsjournal XXL/ Mit Theo Koll

Das Bild der Entwicklungshilfe hat sich verändert. Theo Koll präsentiert im Rahmen des „auslandsjournal XXL“, wie aus kosmopolitischer Nächstenliebe eine intensive Debatte über die Notwendigkeit und den Nutzen von Entwicklungshilfemaßnahmen geworden ist. Denn die Erkenntnis, dass Entwicklungshilfe nicht immer effizient genutzt wird oder überhaupt hilfreich ist, verändert allmählich die Perspektive der Geber auf den Sinn der global verteilten Gaben.

Theo Koll, Moderator des auslandsjournal. Bild: ZDF/Kerstin Bänsch

Stimmen werden laut, die eine Abschaffung der Entwicklungshilfe fordern. Dambisa Moyo, Ökonomin aus Sambia, prangert in ihrem kontrovers diskutierten Buch „Dead Aid“ die Situation der Entwicklungshilfe und deren prominente Unterstützer an. Sie fordert, dass die Probleme des afrikanischen Kontinents von afrikanischen Politikern besprochen und gelöst werden sollen. Und zwar ganz ohne Hilfe von außen.

Kritiker zweifeln daran, dass extern finanzierte Hilfsprojekte tatsächlich etwas bewirken. Ihre These: Entwicklungshilfe hält nur die korrupten Herrscher an der Macht und hindert die Entwicklung.

Fürsprecher der Entwicklungshilfemaßnahmen prophezeien dagegen katastrophale Zustände, sollten keine Gelder mehr fließen. Ihre Strategie ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Afrikanern und Hilfsorganisationen „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist die Maxime. Für Susanne Anger, Sprecherin des Bündnisses „Gemeinsam für Afrika“, sind es vor allem die humanitären Gründe, die Entwicklungshilfe zur Notwendigkeit machen. Ohne Maßnahmen wie die Behandlung von Krankheiten wie Lepra und Tuberkulose, die HIV-Prävention oder der Ausbau des Gesundheitswesens würden Millionen Menschen sterben. Anger fordert zudem einen Schuldenerlass für die armen Länder. Das so eingesparte Geld könne in die Infrastruktur des jeweiligen Landes fließen.

Eine kontroverse Debatte, die komplex und vielschichtig ist. Stützt staatliche Entwicklungshilfe hauptsächlich korrupte Eliten? Oder kommt das Geld direkt bei denen an, die es dringend benötigen? Brauchen Entwicklungsländer die Hilfe der Geberländer überhaupt? Oder hindern die Gelder Eigeninitiative und Verantwortung? Sollen armen Ländern ihre Schulden erlassen werden? Fragen, die das auslandsjournal XXL – Milliarden für Afrika – Was bringt Entwicklungshilfe“ auslotet.

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