Die Reise des Schmetterlings

Freitag, 14. Oktober 2011

22.00 – 22.55 Arte
Dokumentation, Frankreich 2008, Regie: Nick de Pencier.

Jedes Jahr trifft der Monarchfalter und mehrere Millionen seiner Artgenossen am selben Tag in seinem Winterquartier in den Bergen Mexikos ein. Wie den Schmetterlingen das gelingt, ist bis heute ein Rätsel. Bild: ARTE F

Vom Norden Kanadas bis nach Mexiko fliegt der Amerikanische Monarch in sein Winterquartier. Die preisgekrönte Naturdokumentation begleitet den Schmetterling auf seiner weiten Reise, die voller Gefahren steckt. Die Dokumentation bildet den Auftakt zum Arte-Programmschwerpunkt „Faszinierende Wissenschaft“.

Es ist der „Tag der Toten“ im Spätherbst im mexikanischen Bundesstaat Michoacán: Die Einheimischen warten auf die Ankunft der großen roten Schmetterlinge – die Amerikanischen Monarchfalter. Für die Mexikaner symbolisieren sie die Seelen ihrer Vorfahren, die auf die Erde zurückkehren, um eine göttliche Botschaft zu überbringen. Jahr für Jahr fallen am gleichen Tag Millionen von Amerikanischen Monarchfaltern in den Bergen von Michoacán in Mexiko ein, wo sie die Wintermonate verbringen. Hinter ihnen liegt eine erstaunliche Reise quer über den amerikanischen Kontinent.

Auf dieser unglaublichen Reise beweisen die wunderschönen, zarten Geschöpfe nicht nur eine außergewöhnliche Ausdauer – die Länge der Reise bis Mexiko würde bei uns Menschen einer elfmaligen Erdumrundung entsprechen -, sondern auch ein hervorragendes Navigationsvermögen. Wie ihnen die Orientierung gelingt, ist bis heute ein Rätsel. So wie vieles der mehr als 5.000 Kilometer langen Odyssee der Schmetterlinge für die Wissenschaft bis heute ein Geheimnis ist. Alljährlich im Spätsommer gibt die Sonne den Schmetterlingen das Signal zum Aufbruch – an einem Septembertag, an dem sie nicht höher als 52 Grad über dem Horizont steht.

Die Monarchfalter brechen einzeln oder in kleinen Gruppen auf, bevor sie sich Ende September zu riesigen Schwärmen zusammenschließen, die eine Länge von über 80 Kilometern erreichen können und sogar auf den Satellitenbildern der Meteorologen zu erkennen sind. Von nun an legen sie täglich rund 80 Kilometer zurück, überqueren die großen Seen Nordamerikas, die Städte des Mittleren Westens und die Great Plains, bis sie Mitte Oktober die mexikanische Grenze erreichen. Nun beginnt der gefährlichste Teil ihrer Reise: Sie müssen Hunderte Kilometer Wüste hinter sich bringen und die Berge der Sierra Madre überqueren. Unterweges lauern überall Gefahren – Stürme bringen die Schmetterlinge vom Weg ab, Magneten verwirren sie, ultraviolette Strahlung stört sie und vom Himmel regnet es Pestizide. Wie viele Millionen der Falter am Wegesrand zurückbleiben, weiß niemand. Und auf diejenigen, die nach zwei Monaten endlich Mexiko erreichen, wartet eine neue Bedrohung.

Das Überwinterungsquartier der Amerikanischen Monarchfalter, die Kiefernwälder in den Bergen von Michoacán, sind in Gefahr. Zwar wurden die Berge als offizielle Schutzgebiete für die Monarchfalter ausgewiesen, dennoch genehmigte die mexikanische Regierung 1986 einen selektiven Holzeinschlag …

Zusatzinfo: Die in HD-Technik gedrehte Dokumentation begleitet die geheimnisvollen und faszinierenden Wanderfalter auf ihrer beeindruckenden Reise vom Norden Kanadas bis hin zu ihren Winterquartieren in Mexiko.

Die Dokumentation wurde mehrfach ausgezeichnet. So erhielt sie den Grand Prix des Festival ParisScience, den Rockie Award for Best Wildlife and Natural History Program auf dem Banff World Television Festival sowie den Special Jury Award auf dem 41. WorldFest Houston International Film Festival. Außerdem war sie in der Auswahl für die News and Documentary Emmy Awards 2010.

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