Gewalt der Gesetzlosen

Montag, 04. April 2011

22.00 – 22.45 WDR
Wie Haitis Gangster die Erdbebenopfer terrorisieren

Ein Soldat der UN-Friedenstruppe, Mitglied des jordanischen SWAT-Teams, in einem der Ghettos von Port-au-Prince, wo kriminelle Banden ihr Unwesen treiben. Bild: WDR/Quicksilver Media

Der Dokumentarfilmer Dan Reed hat Mario Andresol, den Polizeichef von Haiti und seine Polizeitruppe wochenlang begleitet. Seine „story“ zeichnet ein bedrückendes Bild von Polizisten, Gangstern und Menschen im Kampf ums Überleben.

Es klingt, als ob das Schicksal Haiti mit immer neuen Plagen heimsuchen wolle. Das Erdbeben kostete Hunderttausenden das Leben, die Gesundheit und das Obdach. Aber einigen brachte es die Freiheit. Ausgerechnet denen, die Haiti für eine bessere Zukunft am wenigsten brauchen kann.

Als die Erde bebte, öffneten sich Mauern und Tore des berüchtigten Nationalgefängnisses und 4500 Gefangene stürmten in die Freiheit. Darunter Schwerstkriminelle, Kidnapper, Gangsterbosse – alle jene, die Haiti über viele Jahre hin im Griff hatten, aber schließlich von Polizei und UN-Friedenstruppen überwältigt werden konnten. Doch das Erdbeben zerstörte auch die Gefängnisse und brachte den Gangstern so wieder die Freiheit, die sie sofort nutzten, um die Slums und Zeltstätte in ihre Gewalt zu bekommen. Morde und Vergewaltigungen tragen nun ihre Handschrift.

Mario Andresol, der Polizeichef von Haiti, hat viele dieser Gangster ins Gefängnis gebracht. Jetzt steht er seinen alten Feinden erneut gegenüber. Aber er ist schwächer als damals, denn Not und Korruption haben seine Polizeitruppe geschwächt.

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