Im Bann der Pferde – Argentinien

Donnerstag, 21. Juli 2011

09.00 – 09.45 Phoenix
Bei den Gauchos in der Pampa, von Thomas Wartmann


Nirgendwo werden so viele Fohlen geboren, kein Land exportiert so viele Pferde und nirgendwo ist die Welt der Pferde so vielseitig wie in Argentinien. Der Film aus der Reihe „Im Bann der Pferde“ führt in drei sehr unterschiedliche Welten: zu den Gauchos in der Pampa, in die exklusive Welt des Polo und zum täglichen Überlebenskampf der Cartoneros, der Müllsammler in Buenos Aires. Thomas Wartmann erzählt persönliche Geschichten, die – jede für sich – mit der Erfüllung eines kleinen Traumes enden.

Gauchos und ihre Pferde – seit Jahrhunderten sind sie die Helden der Pampa und das Symbol für Freiheit. In den Weiten der argentinischen Grassteppen gibt es sie noch: Männer, die 60 Stunden in der Woche im Sattel sitzen, denn viele Ecken und Winkel der Estancias sind nur zu Pferd erreichbar.

Der kleine Juan ist mit sechs Jahren der jüngste Reiter auf San Juan Poriahu, einem Landgut mit 4.000 Rindern und über 300 Pferden. Sein Vater ist hier für die Doma, die Zähmung von Wildpferden zuständig, und auch Juancito soll das Handwerk lernen. Juans größter Wunsch: mit seinem Hengst „Colorado“ auf einer Fiesta seine Reiterkünste unter Beweis zu stellen. Nächste Woche soll es soweit sein.

300 Pferde und 4000 Rinder gibt es auf der Estancia San Juan Poriahu. Bild: SWR/filmquadrat

Das Leben von Polospieler und Pferdezüchter José Lartirigoyen ist mit dem der Gauchos kaum vergleichbar. Polo ist Nationalsport, Polo ist knallhartes Geschäft. Auf sogenannten „Embryofarmen“ werden Polopferde durch künstliche Befruchtung gezeugt und von Leihmüttern ausgetragen. Argentinische Pferde gehen als Exportschlager in die ganze Welt. Wie fast alle Poloprofis verbringt auch José nur eine Hälfte des Jahres in Argentinien, die andere auf den Polofeldern der Superreichen in Übersee. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Zunächst müssen die Pferde beim Saison-Auftakt in einem Country Club in Buenos Aires beweisen, dass sich das Monate lange Training gelohnt hat.

Doch in Argentinien sind Pferde kein Privileg der Oberschicht. In einer Wellblechhütte am Stadtrand von La Plata leben Pitu und Marina mit fünf Kindern und der Stute Negra. Ohne Negra könnte die Familie nicht überleben. Jeden Abend schleppt sie nach Hause, was andere wegwerfen. Negra gehört zu den Pferden der Karton- und Müllsammler, der Cartoneros. Rund 800 Pferde, Ponys und Maultiere bilden die Existenzgrundlage des gesamten Viertels. Tierärztin Doctora Oliva lehrt eigentlich an der Veterinärfakultät, aber seit fünf Jahren sind Cartoneropferde ihr ganzer Lebensinhalt. „Con alma por los caballos“, mit Seele für die Pferde, nennt sie ihre Kampagne. Einmal wöchentlich kümmert sich Dolores um die durch Stöße, Schläge oder falsches Anschirren verletzten Tiere.

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