Auf schmaler Spur durch Indien

Freitag, 16. März 2012

20.15 – 21.00 hr
Die Kangra-Valley-Bahn. Ein Film von Peter Weinert.

Die Kangra-Valley-Bahn führt auf einer 164 Kilometer langen Strecke zwischen Pathankot und Baijnath. Die Vorgaben bei ihrem Bau 1929 waren eindeutig: "Optischer Einklang mit der Natur" lautete das oberste Ziel. Davon profitieren bis heute die Fahrgäste, sie bekommen eine Genussreise durch eines der schönsten Täler Indiens. Bild: HR/Peter Weinert.

Das Kangra-Tal im Norden Indiens besitzt einen ganz besonderen Charme. Mit seinen versprengten Weilern vor der Kulisse der Himalaya-Berge, seinen Terrassenfeldern und Schmelzwasserbächen ist es geradezu eine Märchenlandschaft. (Bild: HR/Peter Weinert)

Der allgegenwärtige Kontrast zwischen den schneebedeckten Gipfeln und dem Gold und Grün der farbigen Felder im Tal ist einzigartig. Mitten durch dieses grandiose Tal fährt die Kangra-Valley-Bahn auf einer 164 Kilometer langen Strecke zwischen Pathankot und Baijnath – über insgesamt 971 Brücken und durch nur zwei Tunnels. Die Vorgaben bei ihrem Bau 1929 waren eindeutig: “Optischer Einklang mit der Natur” lautete das oberste Ziel. Davon profitieren bis heute die Fahrgäste, sie bekommen eine Genussreise durch eines der schönsten Täler Indiens.

Betagte Schmalspur-Diesellokomotiven ziehen die kleinen Waggons. Sie sind hell- und dunkelblau gestrichen. Hier und da blättert die Farbe ab. Alles ist ein wenig gebraucht, ein wenig alt, ein wenig angerostet. Aber die Bahnen werden gewartet und überprüft, und sie dienen den Anwohnern des Tales als alltägliches Beförderungsmittel.

Die Bahn ist die Schwester der Kalka-Shimla Railway, beide fahren an der Südseite des Himalayas, 300 Kilometer voneinander entfernt, jede durch eine völlig andere Landschaft mit besonderen Menschen und ihren eigenen Kulturen, jede auf andere Art und Weise spektakulär – aber beide stehen auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Das Kangra-Tal ist ein Sammelsurium historischer und spiritueller Plätze und Tempel. Vor 200 Jahren entstand hier eine feine Miniaturmalerei, die für ihre Detailgenauigkeit bekannt war, mit der man unter anderem auch sämtliche Formen menschlicher Liebe darstellte. Heute gibt es nur noch wenige Künstler, die diese Technik beherrschen, doch sie versuchen, ihre Erfahrungen und Fertigkeiten an den Nachwuchs weiter zu geben.

Eines der wichtigsten Heiligtümer im Norden Indiens liegt an der Strecke, etwa 30 Kilometer von der Stadt Kangra: der Jawalamukhi Devi-Tempel. Eine weitere Attraktion für Besucher der Region ist das Nurpur-Fort. Die Strecke der Kangra-Valley-Bahn führt durch den nordindischen Bundesstaat Himachal Pradesh. Die Höhenlagen reichen von 350 bis 7.000 Meter. Fast 70 Prozent bestehen aus großflächigen Waldgebieten. Davon stehen 90 Prozent unter Naturschutz – einzigartig für Indien.

Die Landwirtschaft deckt den Eigenverbrauch des ganzen Bundesstaates. Er grenzt im Norden an Kashmir, im Osten an Tibet, ist daher auch die Heimat vieler Exiltibeter. Eine besondere Rolle nimmt dabei die kleine Stadt Dharamshala ein, wo der Dalai Lama seine Exilregierung eingerichtet hat. Inzwischen sollen in Dharamshala und in der Umgebung etwa 50.000 Tibeter leben, davon 20.000 Mönche. In einer Universität, Schulen und Instituten wird tibetische Kultur gepflegt und erhalten.

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