Chinas Umwelt vor dem GAU

Sonntag, 19. Juni 2011

21.45 – 22.30 Phoenix
Ein Film von Diana Zimmermann

Der Tai-See, Chinas drittgrößter Trinkwassersee. Bild: PHOENIX/ZDF-Studio Peking

Der junge Fotograf Wang Jiuliang suchte nach einem unberührten Ort in seinem Land – doch alles, was er fand waren hunderte von legalen und illegalen Müllkippen. Seine schockierenden Landschaftsbilder machen klar, wie ernst das Problem ist: China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, steht vor einem Umwelt-Gau.

Der kometenhafte Wirtschaftsaufschwung der letzten Jahrzehnte ist auf Kosten der Natur gegangen. Die Flüsse des Reiches sind verdreckt, die Luft in den Städten ist lebensgefährlich, und dabei steigt der Energiebedarf und mit ihm der CO2-Ausstoß täglich weiter.

Warum scheitert der Umweltschutz in China – trotz ehrgeiziger Anstrengungen? Dieser Frage widmet sich der Film von Diana Zimmermann, Korrespondentin des ZDF-Studios Peking. Sie begleitet den chinesischen Umweltjournalisten Liu Jianqiang in der 45-minütigen Reportage. Beim Solarzellen-Hersteller Yingli zeigt sich der Wille, die Energiegewinnung umweltfreundlich zu gestalten, aus dem Musterdorf Tengtou hat ein konsequenter Parteisekretär alle umweltschädlichen Industrien verbannt, in Wujing blüht das Geschäft mit dem Abwasser – zugunsten der umliegenden Seen und Flüsse. Doch immer wieder scheitern Gesetze und Mühen zu ihrer Umsetzung an Geldgier, Korruption und lokalen Seilschaften.

Das beste Beispiel dafür ist Wu Lihong, der Wächter des Tai-Sees. Als Umweltschützer national ausgezeichnet, wurde Wu Lihong genau in dem Jahr ins Gefängnis geworfen als eintrat, wovor er so lange gewarnt hatte: der Tai-See, Chinas drittgrößter Trinkwassersee kippte um. Drei Jahre später werden am einen Ufer Algen aus dem See gefischt, während am anderen Seerand weiterhin Chemiefabriken ungestraft ihren Dreck ins Wasser lassen.

Chinas unbedingter Wille, an die Weltspitze zu gelangen, betrifft auch umweltfreundliche Technologien. Nirgendwo sonst auf der Welt wächst grüne Technologie schneller als im Reich der Mitte. Doch eines wird auf dieser Reise durch das vorwärts strebende Land klar: egal wie groß die Anstrengungen zum Schutz der Umwelt sein werden, sie kommen reichlich spät. Und solange das westliche Konsummodell auch in China als Gipfel der Glückseligkeit gilt, hat Chinas Natur keine Chance.

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