Mongolei – Bei den Rentiernomaden

Dienstag, 31. Januar 2012

14:30 – 15.15 hr
Ein Film von Hamid Sardar.

Das Vertrauen zu den Rentieren ist auch bei den kleinsten Nomaden schon sehr groß. Bild: HR/SWR/ZED

Vor etwa dreitausend Jahren zähmten die Samoyeden im hohen Norden der Mongolei das Rentier. Ihre Nachfahren, die Tsaatan-Nomaden, leben noch heute von und mit dem Rentier.

Sie halten es als Reit- und Packtier, trinken seine Milch, verwenden seine Haut zum Bau ihrer Zelte und erhalten durch den Verkauf von Geweihen das wenige Geld, das sie zum Leben brauchen. In ihrer Lebensweise richten sie sich ganz nach dem Instinkt des Herdentieres. Es bestimmt ihre Jahreszeiten, es bestimmt, wo sie ihre Zelte aufschlagen – es stellt ihre alleinige Lebensgrundlage dar.

Umso härter trifft es den Stamm, wenn einige ihrer Tiere sich losreißen, um sich wild lebenden Herden anzuschließen. Diese Ausreißer wieder einzufangen ist eine sehr schwierige, zeit- und kräftezehrende Aufgabe, die die Tsaatan mit Hilfe von Lasso und Skiern, mit denen sie sich in der tief verschneiten Waldlandschaft besser fortbewegen können, bewältigen müssen.

So ergeht es auch Galzan, der sich mit seinen achtzehn Jahren bei der Suche nach einem ausgerissenen Rentierbullen als guter Hirte beweisen muss. Nebenbei muss er sich auch als Bräutigam auf den Prüfstand stellen lassen. Denn von seinem Jagderfolg und dem Sieg über den Ausreißer-Bullen hängt ab, ob sein Heiratsantrag an die siebzehnjährige Solongo die Zustimmung von deren Eltern finden wird. Der Film begleitet den jungen Mann und gibt anhand der Herausforderungen, denen er sich stellen muss, Einblick in die archaische und faszinierende Lebenswelt der Nomaden des Nordens.

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