Peru – Delfine in Gefahr

Mittwoch, 24. November 2010

18.05 – 19.00 Arte
360° – Geo Reportage, Deutschland/Frankreich 2007, Regie: Uli Pförtner

Obwohl die Delfine in Peru seit 1996 dank einer Initiative unter Schutz stehen, werden jedes Jahr bis zu 3.000 Tiere alleine für den Verzehr getötet und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Bild: ARTE / © Medienkontor FFP

Der Delfinbestand Perus ist gefährdet. Das gilt nicht nur für die Meeresdelfine, sondern vor allem für die äußerst seltenen rosa Flussdelfine der Regenwaldregionen. Trotz offiziellem Fangverbot werden in Peru nach Schätzungen der peruanischen Umweltorganisation „Mundo Azul“ jährlich mindestens 20.000 Meeresdelfine getötet – zum menschlichen Verzehr und als Fischköder. Für die Fischer ist der Delfinfang eine wichtige Einnahmequelle. Dass lebende Delfine allerdings viel mehr Geld einbringen könnten, wollen der deutsche Biologe Stefan Austermühle und seine peruanische Frau Nina Pardo beweisen. Sie propagieren Delfintourismus statt Delfinfang.

Von der Pazifikküste bis in das wenig bekannte peruanische Amazonasbecken begleitet „360° – Geo Reportage“ den deutschen Biologen Stefan Austermühle und seine peruanische Frau Nina Pardo bei ihrem schwierigen Unterfangen, die peruanischen Fischer davon zu überzeugen, den Delfinfang aufzugeben.

Sowohl die Meeresdelfine vor der Küste Perus als auch die Flussdelfine der Regenwaldregion sind in ihrem Bestand gefährdet. Doch für die Fischer ist der Verkauf von Delfinfleisch eine wichtige Einnahmequelle. Nach wochenlanger Recherche ist endlich eine Razzia auf dem Fischmarkt von Callao, einer Hafenstadt nahe Lima, von Erfolg gekrönt. Der Einsatz ist für die Polizeibeamten wie auch für die Mitarbeiter von „Mundo Azul“ angesichts der extremen Armut und der latenten Gewaltbereitschaft in Peru gefährlich. So galt der Verkauf billigen Delfinfleisches auf dem Schwarzmarkt in der Vergangenheit nicht als ernstzunehmendes Verbrechen.

Doch „Mundo Azul“ macht mehr, als illegales Delfinfleisch aufzuspüren. Regelmäßig forscht Stefan Austermühle auch an Delfinen in freier Natur. Er fotografiert sie, um ihren Bestand zu erfassen. Und er will beweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Überfischung der Meere, der Umweltverschmutzung und dem Rückgang der Delfinbestände gibt. Gleiches planen er und seine Frau auch im Amazonasgebiet. Am Pazifik trägt eines der Projekte von „Mundo Azul“ erste Früchte. Einige Fischer fahren zum ersten Mal mit ihren Booten Touristen zu den Delfinen hinaus, statt Jagd auf sie zu machen.

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2 Kommentare
  1. schrieb am 29. November 2010 um 12:43 Uhr: | Antworten
  2. schrieb am 25. November 2010 um 09:31 Uhr: | Antworten

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